Inselparadies der Kykladen

Von Athen zu den Kykladen

Hitzewelle und Hexenschuss waren noch nicht ganz abgeklungen als wir uns auf den Weg zu den Kykladen machten. 6 Tage in einem Hafen das kannten wir bisher noch nicht und war auch nur der Rekonvaleszenz geschuldet. Wir waren froh der 40 Grad Hitze Athens entfliehen zu können, auf den Kykladen waren die Temperaturen mit knapp 30 Grad wesentlich erträglicher gemeldet. Zum wieder Eingewöhnen nach der langen Abstinenz legten wir am ersten Tag nur 6 sm zurück, Hauptsache aus dem Hafen und in einer schönen Bucht (Ormos Kavouri) ankern und zur Abkühlung ins saubere Wasser, das gab es nicht in Athen’s Nobelvorort Glyfada.

Kea war unsere erste Insel der Kykladen, doch wir haben nur vor der Insel geankert. Landgang haben wir nicht geschafft, denn es zog uns weiter zur nächsten Insel, Kythnos. Hier gibt es eine Art Lagune, d.h. eine Sandbank die CIMG1076-kleineine kleine vorgelagerte Halbinsel mit Kythnos verbindet. Auf der Halbinsel steht eine kleine Kapelle und gegenüber auf Kythnos ein Restaurant, sonst nichts in dieser Bucht. Beidseits der Sandbank kann man ankern, wir hatten die Nordseite ausgewählt, war natürlich die Seite mit mehr Schwell, CIMG1099-kleinhaben trotzdem sicher dort gelegen, wären da nicht die anderen Yachties mit ihren Ankermanövern gewesen. Hafenkino war nichts dagegen! Alle möglichen Ankerversuche, x-mal durchs Ankerfeld fahren, Anker runter, Anker wieder rauf. Eine italienische Yacht trieb mit schleifenden Anker nach dem zweiten Ankermanöver an uns CIMG1103-kleinvorbei bis die Töchter des Eigners nebst Ehefrau laut rufend angeschwommen kamen und den Eigner aus seinem Mittagsschläfchen an Bord weckten. Zum Glück sind sie dann abgehauen. Wir erkundeten die kleine Halbinsel und stiegen zur Kapelle empor, schauten bei dem Restaurant vorbei als plötzlich direkt unterhalb des Restaurants ein Aufschrei zu hören war. Die 2er Crew eines Luxus RIB (Schlauchboot mit festem Kunststoffrumpf, zur Zeit voll im Trend) war bei dem Versuch das Minibeiboot zu besteigen mit selbigen gekentert und haben samt Hund ein Bad genommen. Natürlich ausgehfein fürs Dinner. Am nächsten Tag haben wir uns wegen des Schwells auf die andere Seite verlegt, und auch hier wurden wir Zeuge seltsamer Ankermanöver. Wir hatten den ungeliebten Platz direkt vor Legerwall gewählt und schauten dem Ankertreiben genüsslich bei einem Sundowner zu. Abends haben wir dann das Restaurant getestet, aber leider keine gute Erfahrung gemacht – man ließ uns halb verdursten.

CIMG1107-kleinDass es anders geht haben wiederum einen Tag später erfahren nachdem wir in dem Hafen von Mericha auf Kythnos, nur wenige Meilen von der Lagune entfernt, festmachten. Beim Spaziergang durch den kleinen Ort quatschte uns, wie so üblich hier, ein Kellner an. Meist lehnen wir ja dankend ab, aber er war ein netter Kerl und erzählte CIMG1136-kleinuns etwas zur Geschichte des Restaurants und auch ein bisschen etwas zur Krise in Griechenland. Nach einer Runde durch den Ort sind wir dann bei ihm zum Essen eingekehrt und wurden bestens bedient und das Essen war sehr lecker. Abends noch einen Absacker an Bord mit direktem Blick auf die Restaurants an der Hafenpromenade. Hafengebühr hier übrigens 25,60 inkl. Strom und Wasser und ein bisschen Hafenkino. Letzteres gibt es eigentlich immer, da in Griechenland meist keine Mooringleinen vorhanden sind und man deswegen den eigenen Anker CIMG1125-kleinausbringt und mit dem Heck zur Pier festmacht. Das führt dann schon mal zu Ankersalat und den entsprechend hektischen Manövern. Zum Glück hatte es uns bisher noch nicht erwischt, dafür hat uns aber ein Motorbootfahrer mit dem hochgeklappten Hilfsmotorpropeller ein paar Macken in den Rumpf gefahren, zum Glück nur oberflächliche Lackschäden. Großes Ehrenwort zur Regulierung des Schadens, doch bisher, 3 Wochen sind vergangen, noch nix passiert.

CIMG1155-kleinNächstes Ziel war die Insel Syros, ca. 30 sm von Kythnos entfernt. Wie des öfteren kamen wir erst gegen Mittag los, man gewöhnt sich daran, dass der Wind erst gegen Mittag kommt wenn nicht gerade der Meltemi (auch Etesien = „der tägliche“) weht. Eigentlich war schöner Segelwind mit 4 bft vorhergesagt, leider wehte er nicht so beständig und teilweise nicht aus der richtigen Richtung, so dass wir den Jockel mehrmals zu Hilfe nehmen mussten. Trotzdem war es schon nach 20 Uhr ehe der Anker am Grund der Bucht Phoinika eingefahren war und das wohlverdiente Ankerbier zischte.

CIMG1148-kleinAm nächsten Tag Landgang um die Versorgungs- sowie Infratsrukturlage zu checken, denn wir wollten auf die andere Seite der Insel um nach Ermoupolis, der Hauptstadt der Kykladen, fahren. Nach einem kurzen Rundgang hielt zufällig der Bus nach Ermoupolis in unserer Nähe. Wir packten die Gelegenheit beim Schopf waren nach einer knappen Stunde beschaulicher Inselrundfahrt in Ermoupolis. Dort suchten wir als erstes die Werften auf um nach einen Winterliegeplatz zu fragen. Doch es war sehr staubig dort und die Preise vom gehobenen Niveau. Danach war sightseeing in der Stadt angesagt, wir sind kilometerweit durch die Gassen gelaufen um Kirchen anzusehen und endlich das Zentrum mit den schönen Restaurants zu finden wo wir erst einmal einkehrten. Der neue Lidl war leider noch nicht eröffnet so dass der Biernachschub aus griechischen Quellen gedeckt werden musste. Auf der Bustour zurück machte der Bus in einer schönen kleinen geschützten Bucht kurzen Halt, so dass wir beschlossen diese als nächstes mit dem Schiff anzulaufen. Doch dies stellte sich später als totaler Reinfall raus: wir wurden bis spät in die Nacht mit Kirmes- und Discomusik beschallt, zudem kam auch noch Schwell in die Bucht und lies die Nis Puck unangenehm rollen. Da blieben wir natürlich keine Nacht länger und machten uns auf zur nächsten Insel, Paros.

CIMG1190-kleinIm Westen gibt es eine geschützte Bucht mit dem Haupthafen und dem Ort Paroika. Zwar auch schon fest in Touristenhand aber trotzdem ein nettes Städtchen mit schönen verwinkelten Gassen und Geschäften die nicht nur Touristentinneff anboten sondern Handwerkskunst wie z.B. Schmuck. Auch war die CIMG1208-kleinInfrastruktur sehr Seglerfreundlich: Supermarkt und Wäscherei direkt am Hafen. Eine der schönsten Kirchen der Kykladen rundete den überaus positiven Eindruck ab so dass wir 2 Nächte vor Anker verbrachten. Auch sehr schön ist Naousa im Norden der Insel, vor allem geschützt durch eine sehr große Bucht mit vielen Ankermöglichkeiten.

CIMG1260-kleinWir warfen den Anker direkt neben einer kleinen Insel mit typischer Kapelle und einem schönen alten Holzboot daneben. Der Ort selbst ist sehr touristisch und verfügt über unzählige Restaurants und Cafes, teils sehr schön um den alten Hafen gelegen.

Nach 2 Tagen in Naousa schob uns der Motor mangels Wind zur nächsten Insel Naxos. Hier gibt es direkt neben demCIMG1312-klein Fähranleger einen Bereich zum Ankern im Hafen der gegen Schwell von außen geschützt ist, aber eben nicht vor dem Schwell der Fähren. Entsprechend unruhig lagen wir vor Anker. Der Ort war auch voller Touristen, viele Klamotten und Schmuckläden sowie Geschäfte mit Tinneff und unzählige Restaurants. Wir begnügten uns mit einem Eis und kauften ein paar Lebensmittel. Die Suche nach dem Stützpunkt des Vereins Trans-Ocean blieb erfolglos, Beschreibung zu ungenau oder wir schon blind. Wir suchten noch der in der Karte verzeichneten Wasserzapfstelle an der Pier und fanden diese auch. Wir planten also für den nächsten Tag noch einen kurzen Wassertankstopp vor der Abfahrt ein. Der Grund an der Pier war unrein und so zogen wir den Kiel hoch um anzulegen. Schnell den Wasserschlauch ausgepackt und Gardena-Adapter auf die Zapfstelle geschraubt, doch leider kam da nur ein müdes Rinnsaal raus, den Druck hatten wir nicht vorher kotrolliert. Direkt neben uns an der Pier parkten die wartenden Autos für die nächste Fähre, also reichlich Zuschauer. Als die Fähre dann einlief und drehte gab es ordentlich Schwell so dass ich noch zusätzliche Festmacher legen musste und ich dachte die Fender platzen jeden Moment. Einer der Zuschauer gab noch gut gemeinte Ratschläge eines Laien und ein anderer missmutig dreinschauender Grieche muss in einem Moment wo ich beschäftigt war den Wasserhahn zugedreht haben. Jedenfalls hatte ich schon mal wegen dem Schwell die Schnauze voll und wollte baldmöglichst ablegen als ich beim Schlaucheinpacken merkte dass kein Wasser mehr rauskam. Naxos blieb uns daher in nicht so guter Erinnerung. CIMG1329-kleinWir segelten an die Südspitze der Insel in die leere Bucht Kolante mit kleinem Hafen indem nur eine handvoll Boote lagen. Auch der Strand war nur spärlich besucht. Später gesellte sich noch eine deutsche Segelyacht als Nachbarankerlieger zu uns. Wir machten einen kurzen Landgang, bestaunten die kleinen Wasserschildkröten in einem Bachlauf und ließen den Tag mit einem Sundowner ausklingen. Dabei beobachteten wir Schafe mit Glocken, Schweine die den Strand besuchten und ein Esel gab auch noch die passende Geräuschkulisse von sich.

Nächstes Ziel: Schoinousa, eine Insel der sogenannten „Kleinen Kykladen“ die südlich von Naxos liegen. CIMG1343-klein6,5sm sind wir dorthin motort da kaum Wind, dafür war es mal wieder heiß. Wir klapperten die Buchten nach der Suche eines geeigneten Ankerplatzes ab. In einer Bucht trafen wir auf einige große Motoryachten die vor Anker mit Heckleine an den Felsen festgemacht hatten und ihre Spielzeuge wie Wasserrutschen aus der 2. Etage ausgepackt hatten. Ein Autokran in dem nahe gelegenen Minihafen erregte unsere Aufmerksamkeit und nach einer „Wir-sind-mal-CIMG1346-kleinwieder-neugierig“-Runde war klar, dass in dem Hafen ein Segelboot gesunken war und der Autokran den bereits demontierten Mast aus dem Wasser hievte. Da fragt man sich wie ein Boot mitten im Hafen sinken kann und man geht in Gedanken alle möglichen Ursachen durch um zu checken ob einem das auch passieren könnte. Immer wieder ein Drama. Im letzten Winterlager in Navarrese war eine Motoryacht gesunken, der Diesel schwappte durch den Hafen bis endlich mal jemand eine pseudo-Ölsperre legte die null Funktion hatte. Die Bergung war dann mal wieder Hafenkino pur. CIMG1365-kleinIn Ormos Mirsini fanden wir ein beschauliches Ankerplätzchen. Nach dem obligatorischen Bad im herrlich klaren Wasser, ging es am nächsten Tag weiter zur Insel Amorgos. Hier fuhren wir zunächst zu einem Strand, der kleinen Insel Nikouria, die Amorgos vorgelagert ist. Dieser Ankerplatz wurde im Törnführer als einsames Plätzchen angepriesen. Na ja, so einsam waren wir dann wohl doch nicht, da die Touri´s von den umliegenden Hotels mit kleinen Booten dort zum Baden abgesetzt wurden. Allerdings ankerten wir neben einem sehr schönen Segelschiff namens Mazu aus Hong Kong. Um ein wenig Sightseeing zu machen verlegten wir uns 3 Seemeilen südlich in die CIMG1410-kleingroße Bucht von Katapola direkt vor den Stadthafen. Ein beschauliches kleines Städtchen mit der typischen Würfelarchitektur der Kykladen. Von hier aus fuhren wir mit dem Bus auf die Ostseite der Insel, um das Felsenkloster Chozoviotissas zu besuchen. Wir waren sehr beeindruckt, da schon der Fußweg dorthin, CIMG1429-kleinentlang der steilen Felswand, ein Erlebnis war. Nachdem wir unsere nackte Haut bedeckt hatten, wurden wir freundlich von den Mönchen, die dort leben begrüßt. Wir durften uns im Kloster umsehen und es gab auch noch für Jeden ein kaltes Wasser und einen selbstgemachten Kräuterlikör, dessen Geschmack uns an CIMG1444-kleinGlühwein erinnerte. Abends gönnten wir uns im Ort in einem kleinen Restaurant noch ein leckeres Essen. Nach einem kurzen Zwischenstopp im Hafen zum Wasser tanken motorten wir 7 Meilen in den Süden der Insel. Unser Weg dorthin führte uns an einer Bucht vorbei in der, der gestrandete Frachter Olympia liegt. Dieser diente in dem Film „ Im Rausch der Tiefe“ als Kulisse. Wir ankerten in der Bucht Kalotaritissa, neben einer Sunbeam 40 mit deutscher Flagge. Hier lagen kleine Fischerboote an Bojen und ein Wassertaxi brachte viele Tagesausflügler zu den CIMG1430-kleinumliegenden Buchten. Auf dem Weg zur nächsten Insel Ios konnten wir endlich nochmal Segel setzten. Zunächst kamen wir mit achterlichem Wind, mit 6,2 Knoten gut voran. Nach einer Stunde, ließ der Wind leider nach und wir mussten motoren. Zu unserer Freude drehte der Wind und nahm an Stärke zu, so dass wir 2 Stunden später hoch CIMG1473-kleinam Wind mit 6,5 bis 7 Knoten wieder segeln konnten. Um 13:30 Uhr ließen wir auf der Insel Ios in der Bucht Manganari neben einer großen Segelyacht den Anker ins Wasser fallen.

CIMG1581-kleinDer Wetterbericht verhieß nichts Gutes. Meltemi war angesagt. Dies ist ein aus Nord kommender Wind, der bisweilen Sturmstärke erreicht. Wir mussten uns ein geschütztes Plätzchen suchen. Gerne wollten wir noch weiter in den Süden, doch da nur noch 2 Wochen Zeit bis zu Lisa`s, Rückflug von Mykonos blieben, entschieden CIMG1544-kleinwir die Insel Paros noch einmal an zu laufen. Dort hatte es uns sehr gut gefallen, die Versorgung war gut und wir hatten bei Weitem noch nicht alles gesehen. Die 40 Seemeilen dorthin konnten wir größtenteils hoch am Wind segeln. Abermals ließen wir in der Bucht von Paroika das Eisen in die Tiefe rauschen. Es war bereits dunkel, denn wir CIMG1543-kleinhatten noch einen Badestopp auf der Insel Despotiko gemacht. Hier wollten wir zunächst übernachten, aber da ragten doch ein paar nicht so freundlich aussehende Brocken aus dem Wasser. In Paroika verbrachten wir 10 Tage, mieteten ein Auto, fuhren zu den angesagten Orten, gingen einen kleinen Teil der byzantinischen Route ( die ganze Strecke hätte Martin`s Knie nicht durch gehalten) und besuchten ein einzigartiges Freilichtmuseum das der CIMG1610-kleinFischer Benetos Skiades nordwestlich von Aliki geschaffen hat. Der Rundgang durch seinen Wein- und Olivengarten mit Miniarturausgaben der schönsten Sehenswürdigkeiten der Kykladen, alten Brunnen und Mühlen sowie Modellen von typisch griechischen Holzbooten ist wie eine virtuelle Kurzreise CIMG1214-kleindurch die Ägäis. Die Tage des Wartens wurden wieder mit Ankerfeldkino recht kurzweilig. Bester Streifen war diesmal: Anlegen rückwärts an Pier vor Anker – doch warum ist die Kette nur 70m und das Ende nicht im Ankerkasten gesichert? Wäschewaschen war auch wieder mal angesagt und so düsten wir mit dem Dingi bei ordentlich Wind und Welle über die Bucht in einen kleinen Fischereihafen denn die neu entdeckte Laundry war dort in der Nähe. Nachdem 3 Maschinen gefüttert waren ging es ins Cafe´ mit Wlan zum email checken. Beim Umladen der Wäsche CIMG1232-kleinin die Trockner lernten wir das französische Paar Jean-Pieree und Mireille kennen das mit ihrer Bavaria Ocean unweit der Nis Puck ankerte. Sie sprachen sehr gut Englisch und hatten viele Tipps auf Lager, unter anderem für ein Winterlager. Sie luden uns auch noch zu einem Sundowner auf ihr Schiff ein, es wurde ein unterhaltsamer Abend denn sie waren schon um die halbe Welt gesegelt. Wir haben uns am nächsten Tag für das gleiche, sehr günstige Winterlager bei Oporos entschieden, war wirklich ein guter Tipp, denn man ist in 2h mit dem Bus am Athener Flughafen! Und so wird zumindest der Skipper den Golf von Euböa noch kennenlernen.

CIMG1732-kleinDer Wetterdienst hatte eine kleine Pause des Meltemi vorhergesagt und so entschlossen wir uns gegen den Wind Richtung Norden nach Mykonos aufzubrechen. Doch die konfuse Welle die noch an der Nordküste von Paros stand ließ uns schnell umplanen und so flüchteten wir in die große Bucht von Naousa. Dort hatten wir CIMG1739-kleinbereits 3 Wochen zuvor geankert. Nur diesmal wählten wir den nordwestlichen Zipfel der Bucht da uns diese den meisten Schutz gegen den Meltemi bot. Wir fanden einen schönen Strand und eine durch Felsformationen beeindruckende Halbinsel vor, an deren Spitze ein Leuchtturm steht. Leider waren in der Bucht auch 3 Wasserskiboote CIMG1784-kleinstationiert die es ganz toll fanden zwischen den Ankerliegern hindurch zu düsen und ordentlich Schwell zu verursachen. Auch das Ankerkino war wieder bestens: diverse Luxusmotoryachten und eine große italiensiche Segelyacht der Marke Swan (schnelle und sehr teure Segelboote aus Schweden). Die 1 CIMG1804-kleinMann und 1 Frau Crew machte einen etwas hilflosen Eindruck. Das Dingi stand am Vordeck während die beiden mit einen Billig-Kaufhausschlauchboot versuchten an Land zu rudern. Sie kamen nur bis in unsere Nähe, schauten etwas hilflos grüßten jedoch nicht und drehten weiterhin ihre Kreise, denn es bedarf eines CIMG1814-kleineingespielten Team wenn jeder mit einem Paddel hantiert. Irgendwie schafften sie es zurück zu ihrem Boot. Akt 2 war dann, dass der männliche Teil der Crew in Richtung Hafen Naousa schwamm, der jedoch ca. 2 km entfernt auf der anderen Seite der Bucht war und dort ordentlich Welle Stand. Wir rätselten was der da Wahnwitziges vorhatte und machten Dingi und Rettungsmittel klar um den Wahnsinnigen ggfls. zurückzuholen. Aber er hatte die Sinnlosigkeit seines Versuches wohl eingesehen und schwamm rechtzeitig zum Boot zurück. Akt 3 war dann am nächsten Morgen der Versuch das recht große Dingi nebst 40Ps Aussenborder vom Vordeck ins Wasser zu bringen. Nachdem das Corpus Delicti eine halbe Stunde an einem Fall in 3m Höhe über dem Deck baumelte und die Crew versuchte es mit diversen Leinenkonstruktionen außenbords zu bringen konnte Martin das Elend nicht weiter mit ansehen. Also inseigene Beiboot und rüber zur Swan um Hilfe anzubieten die gerne angenommen wurde. Wie sich herausstellte waren die 2 nur die Crew und hatten ein Problem mit der Maschine und wollten zur Werft in unserer Bucht übersetzen. Doch alleine bekamen sie das Dingi nicht ins Wasser, zu dritt war es dann kein Problem mehr, auch wenn es noch ein paar Diskussionen um die vielen Leinen gab. Auch sollte man vorher die Lenzöffnungen schließen bevor man ein Boot ins Wasser setzt, was der Italiener dann auch schnell nachholte. Die Gangschaltung am Aussenborder war auch schon provisorisch geflickt, aber die beiden schafften es zur Werft, bekamen das Motorproblem behoben und verließen am nächsten Morgen nach Ehrenrunde um unsere Nis Puck die Bucht. Sie sollen das Schiff nach Italien zurückbringen, ob sie da jemals ankommen….?

CIMG1828-kleinWir machten uns einen Tag später, der Meltemi war endlich durch, Richtung Mykonos auf den Weg. Wind immer noch genau gegenan. Da noch etwas Zeit bis zum Heimflug von Lisa war, entschieden wir uns für eine tiefe Bucht auf der kleinen Insel Rineia neben Mykonos. Schon erwartete uns das nächste Spektakel: in der Anfahrt zu der Bucht sahen wir eine Motoryacht neben einen Schlepper vor einem Felsen liegen. Es roch nach Diesel und durch das Fernglas sahen wir eine Bauchbinde aus Kunstofffolie um den Rumpf im Bugbereich der Yacht. Diese war offensichtlich auf den Fels gelaufen, lag auch schon etwas tiefer im Wasser und wurde von dem Schlepper aus der misslichen Lage befreit. Zum Glück blies der Wind aus Bucht, so dass wir den Dieselgeruch an unserem Ankerplatz nicht mehr wahrnahmen. Wir verbrachten eine ruhige Nacht, schwammen morgens im glasklarem Waser und sahen endlich mal wieder ein paar Fische. Im Gegensatz zu Italien scheint uns Griechenland leergefischt zu sein. Nach einem Landgang auf der eigentlich unbewohnten Insel (ein Bauer kam uns mit Trekker entgegen) verließen wir die schöne Bucht die inzwischen von Tagesausflugsbooten heimgesucht wurde. Wir steuerten die Bucht Ornos im Südwesten von Mykonos an da diese gegen die vorherrschenden Nordwinde geschützt ist. Doch hier lagen schon etliche Boote, teils vor Anker teils an Bojen.

CIMG1865-kleinEs ist eine sehr beliebte Bucht mit schönen Strandclubs und edlen Apartmentanlagen. So war es nicht ganz einfach einen passenden Platz zu finden. Da später noch ein großer Katamaran in unmittelbarer Nähe an einer Boje festmachte verlegten wir uns an einen frei gewordenen Ankerplatz nahe eines schönen alten Schoners, CIMG1883-kleinman will ja schließlich eine schöne Aussicht haben. Mykonos Stadt war das Ziel des Tages, jedoch mit dem Bus. Hatten wir in Ornos schon viele Mopeds und Quads gesehen so musste man in Mykonos Stadt aufpassen nicht überfahren zu werden. In der Bucht lagen gleich 3 große Kreuzfahrer und entsprechend waren das Publikum und die CIMG1888-kleinPreise im Ort. Schöne Architektur, ein paar schöne Windmühlen und Kirchen (hier jetzt mit roter statt blauer Kuppel), ansonsten kann man es vergessen da nur Touristennepp.

CIMG1882-kleinWir flüchteten nach einem mäßigen Mittagsessen zurück auf’s Boot und genossen das warme Wasser und das Ankerfeldkino. Diesmal im Programm: Megayacht versinkt im schwarzen Qualm ihres defekten Dieselaggregats.

Morgen geht es dann in die Marina von Mykonos, denn übermorgen geht der Flieger von Lisa in aller Frühe Richtung Heimat. Der letzte Abschnitt der diesjährigen Reise der Nis Puck ins Winterlager wird Gegenstand des nächsten Törnberichts sein. Muss Martin diesen Törn in den hinteren Teil des Golfes von Euböa allein bestreiten und wird der Meltemi wieder Böen bis 35kn schicken?

DSC_0440-klein

Es grüßt die Crew der Nis Puck

Dieser Beitrag wurde unter Törn 2015 - östliches Mittelmeer abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.