2. Törnbericht 2018 Almerimar – Mar Menor

Nachdem nun alle relevanten Arbeiten am Schiff erledigt waren und der Wind zu passen schien, konnten wir am 14. April früh morgens endlich den Hafen von Almerimar verlassen.
Knapp 70 Seemeilen bis zu unserem Tagesziel Garrucca lagen vor uns. Wir setzten sofort hinter der Hafeneinfahrt die Segel, konnten jedoch den ganzen Törn nicht auf den Motor verzichten. Zunächst war der Wind zu schwach und später am Nachmittag kam er genau von hinten. Unterwegs beobachteten wir auf dem AIS die Segelyacht Giramonda, die wohl ebenfalls morgens aus Almerimar ausgelaufen war. Auch sie machten im Hafen von Garrucca fest und wir tranken unseren Anlegerschluck gemeinsam auf der Nis Puck. Der Hafen von Garrucca ist eine völlige Fehlkonstruktion. Hinter der breiten Einfahrt, in der auch große Frachter regelmäßig einlaufen, fehlt ein Schutzwall für den Yachthafen. Die Schwimmstege schaukelten so heftig auf und ab, dass es permanent in den Festmacherleinen ruckte und die Fender zu platzten schienen. Der Marinero versicherte uns, dass es in der Nacht ruhiger werden würde, womit er glücklicherweise auch Recht behielt.
Am 15. April legten wir um 9:15 Uhr in der Marina ab. Am Nachmittag fiel nach 42,5 Seemeilen der Anker in der Cala Salitrona ins Wasser.

Nach den unzähligen Nächten in den verschiedenen Häfen genossen wir die Ruhe und die Natur in der schönen Bucht unweit von Cartagena. Nach ca. 2 Stunden begann es zu schaukeln. Wir hofften, dass es in der Nacht wieder ruhiger werden würde, was allerdings nur ein Wunschdenken war. Nach einer schlaflosen Nacht hielt uns um 6:00 Uhr morgens nichts mehr in den Kojen und wir beschlossen schnellst möglich Anker auf zu gehen um im Hafen von Cartagena zu frühstücken. Mit Entsetzen stellten wir fest, dass der Motor nicht ansprang. Da wir die Starterbatterie bereits ausgetauscht hatten, konnte es nur noch der Anlasser sein. Nachdem Martin sämtliche Tricks angewandt hatte, stand fest, dass wir ohne fremde Hilfe dort nicht mehr wegkamen. Also rief Martin Maria und Ulli von der Giramonda an und bat um Schlepphilfe, denn wir wussten das sie im Hafen von Cartagena lagen. Ohne zu zögern, obwohl sie eigentlich an dem Tag weiterwollten, organisierten sie im Hafen einen Platz an dem wir längsseits anlegen konnten und holten uns in der 8 Seemeilen entfernten Bucht ab. Das war natürlich mehr als nett von den Beiden und wir bedankten uns mit einem Abendessen und ersetzten ihnen die Dieselkosten, was ihnen eigentlich schon zu viel war.

       

Da wir die Erfahrung gemacht haben, dass die Mühlen in Spanien sehr langsam mahlen und Pakete mehrere Tage brauchen bis sie ihr Ziel erreicht haben, bestellte Martin noch am selben Tag einen neuen Anlasser in Deutschland. Gleichzeitig erkundigte er sich im Marinabüro nach einem Boschservice. Ich staunte nicht schlecht als mittags ein Techniker vorbeischaute. Er nahm den bereits ausgebauten Anlasser mit, testete ihn, bestellte einen neuen Magnetschalter und brachte ihn fertig zusammen gebaut am selben Abend noch vorbei. So kann es auch gehen, da waren wir sehr angenehm überrascht! Jetzt hatten wir das Problem, dass wir auf den bestellten Anlasser warten mussten, einmal zu schnell reagiert.
Die Zeit dort nutzten wir natürlich um die aus der Römerzeit geprägten historische Stadt Cartagena zu besichtigen. Wir radelten durch die Altstadtgassen, hinauf zum Castillo de la Concepcion, besichtigten das Teatro Romano und schauten uns in einem Park die Ruinen einer Windmühle an.

        

        

Als nach 5 Tagen unser Paket mit dem Anlasser geliefert wurde und wir auch noch unsere deutsche Gasflasche auffüllen lassen konnten, passte der Wind mal wieder nicht. Es ist zum Verzweifeln. Nach wochenlangem Westwind drehte er nun auf Nord/Ost, genau in die Richtung wo wir hinwollten.
Am 21. April verließen wir die Marina in Cartagena früh morgens, da der Wind etwas günstiger gemeldet war. Nachdem wir im großen Hafenbecken noch Segel setzten konnten, kam uns ein kleines Fischerboot in die Quere, der noch in der Hafenausfahrt seine Fischerleinen ausbrachte und uns wild gestikulierend klar machte Abstand zu halten. Er kreuzte dann permanent vor uns her, so dass wir mit einigem Abstand sehr langsam hinter ihm her tuckerten. Als wir nun endlich die Hafenausfahrt passiert hatten, sahen wir in einiger Entfernung ein Kreuzfahrtschiff auf uns zu kommen.Wir dachten jetzt nur noch raus aus der großen Bucht von Cartagena und nach Süden abdrehen. Doch dann kam uns von rechts ein Boot der Guardia Civil entgegen, dem wir ja unmöglich die Vorfahrt nehmen konnten. Als sie an Backbord mit uns auf einer Höhe waren, wiesen sie uns an nach Westen aus zu weichen und dem Kreuzfahrer Einlass zu gewähren. Zur Krönung wurden wir dann noch von dem Port Control per Funk gebeten auf den einlaufenden Verkehr zu achten. Da musste ich mich dann wirklich zusammen reißen um freundlich zu antworten: YES WE WILL KEEP CLEAR, THANK YOU, OVER AND OUT!!!
Die Segel waren gesetzt, der Wille war da, doch bei Welle und Wind gegen an, war ohne Motorkraft an ein vorwärts kommen nicht zu denken. Wir schafften so gerade noch die Brückenöffnung zum Mar Menor um 12:00 Uhr und ankerten um 13:40 Uhr vor der Isla Perdiguera, in der größten Salzwasserlagune Europas. Hier heißt es nun wieder abwettern, aber da haben wir ja mittlerweile Übung drin.

Mar Menor

Kreuzfahrtschiff im Hafen von Cartagena

Marmorkopf im Petunienbeet an der Promenade in Cartagena

        

Freilaufender Pfau im Castillo de la Conception

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Endlich geht es weiter!!!!

Am 18. Februar haben wir es endlich geschafft den bösen Geistern in Almerimar (es gibt auch gute dort!) zu entkommen. Das Desaster nahm ja letztes Jahr mit dem Baumbruch seinen Anfang. Wir dachten so ein Baum ist ja nix Besonderes und schnell zu bekommen, vielleicht 8-10 Tage so unsere Annahme. Doch weit gefehlt: Der Marine Service Mann in Almerimar meinte dass ein Baum in Spanien nicht zu bekommen sei und die Transportkosten für das knapp 5m lange Rohr würden aus D ca. 1.000,- € betragen!!! Der ortsansässige Rigger bekam eine Woche lang keinen Preis von seinem Lieferanten (Selden). Ich dachte nur, kann doch nicht so schwer sein, wenn er Erfahrung hat dann kann er selbst einen Preis „schießen“, leider Fehlanzeige. Also selbst in D bei einem Rigglieferanten angerufen, 3 Stunden später war das Angebot im email-Postkasten, noch ein paar Abstimmungsemails und 2 Telefonate später war alles geklärt.

Mit der Versicherung gesprochen und am nächsten Tag den Baum bestellt. Wieder einen Tag später war er fertig und am darauffolgenden Morgen lag er schon im LKW der Spedition. 2 Tage bis Madrid, aber dann: 12 Tage bis Almerimar!!! In Spanien ticken die Uhren halt anders, Siesta und man~ana geben auch 2018 noch immer den Takt vor. Kein Wunder das die Wirtschaft hier nicht auf die Füße kommt! Die Servicebetriebe hier in Almerimar werden übrigens zum größten Teil von Engländern und Deutschen betrieben, auch der Shipchandler vor Ort, der übrigens Almerimar als A…. der Welt bezeichnete.
Aber es gibt dazwischen auch positive Erfahrungen: der Trans-Ocean- und DSV Stützpunkt wird sehr engagiert von Alex betrieben. Sie stand mit Rat und Tat zur Seite und hat unsere Pakete entgegen genommen.

Im Dezember wollten wir für eine Woche das Boot aus dem Wasser nehmen da wir ein kleines Problem mit der Welle hatten und Kranen in Almerimar günstig ist. Auch wollte ich den Mast legen lassen um kleinere Reparaturen durchzuführen. Leider ist das nicht so günstig da man den Kran für mind. 3 Stunden bezahlen muss. Also organisierte ich alles um den Mast innerhalb der 3 Stunden wieder stellen zu lassen, was eigentlich auch funktioniert hätte wenn nicht, ja wenn nicht die Jungs vom Marine Service etwas nachlässig mit dem Mast und der Rollreffanlage des Vorsegels umgegangen wären. Das Vorstag (Drahtseil) wurde um fast 90 Grad abgeknickt, was natürlich wieder mal keiner gesehen haben wollte. Es war aber am Vorstag zu erkennen und so willigte der englische Werftbesitzer nach einigen Diskussionen ein das Vorstag zu tauschen. Noch dachte ich in einer Woche wäre alles erledigt. Doch dann weigerte er sich ein Originalteil zur Befestigung des neuen Vorstages zu verwenden bzw. zu bezahlen da es sehr teuer war. Hinzu kam auch noch das die Jungs von der Marina Nis Puck auf einen Platz gestellt hatten wo sich bei Regen das ganze Wasser des Geländes mit Dreck (=Schlamm) sammelte.

Und der Regen kam 2 Tage später und dauerte 2 Tage und weitere 2 Tage dauerte es bis sie den See unter unserem Schiff abgepumpt hatten und die Oberfläche so weit getrocknet war, dass man unter dem Schiff arbeiten konnte. Somit war unser Zeitplan über den Haufen geworfen und wir mussten Schiff und Mast (Extrakosten für Lagerung) an Land (teurer als im Wasser) zurücklassen da unser „Weihnachtsflieger“ am 6.12.2017 gebucht war. Lisa also schön Weihnachten zelebriert und ich den Weihnachtswahnsinn, entgegen meinem festem Vorsatz dem zu entfliehen, mitgemacht. Das trübe Wetter in Holland verursachte bei mir dann auch Winterdepressionen. Es wurde gar nicht richtig hell! Angeblich der niederschlagsreichte Dezember seit 100 Jahren. So waren wir froh im Januar wieder in Spanien dem kalten Winter zu entkommen.
Auch unsere Annahme nach einer Woche Nis Puck wieder ins Wasser zu bekommen erwies sich als Luftnummer. Mit dem Rigger gab es noch mächtig Ärger. Sein selbst gebasteltes Terminal war eben in den Abmessungen mit dem Original nicht identisch, so dass die Rollanlage eben nicht leichtgängig rollte sondern klemmte. Daraufhin baute er eine Hülse aus die dabei zerbrach. „Das war schon!“ war seine Behauptung weil er nicht begriff was er da gemacht hatte. Dafür rollte jetzt die Anlage, jedoch nicht wie vom Hersteller gebaut. Irgendwann gibt man sich solcher Ignoranz und Dummheit geschlagen, bezahlt die unnötig hohe Rechnung da bei Kürzung auch noch mit „Schiff an Kette legen“ gedroht wurde und kann nur versuchen seine Erfahrungen mit diesem Marina Service an andere Bootsbesitzer weiter zu geben damit sie vor den Untaten dieser „Firma“ (auf der Rechnung steht noch nicht mal ein Geschäftsführer mit ladefähiger Adresse um ihn zu verklagen!) gewarnt sind.

Wie  bereits erwähnt, am 18. Februar haben wir es dann endlich geschafft der Marina zu entkommen und nahmen Kurs auf die Algarve. Der erste Tag war direkt ein schöner Segeltag, leider war der Hafen und insbesondere der Werftbetrieb in Motril nicht der sauberste und dazu auch noch teuer: 40€/Tag!!! Auf meine Beschwerde hin gab es für die 2. Nacht 50% Nachlass, immer noch zu viel. Die meisten Häfen kosten in der Jahreszeit unter 20€ bei wesentlich besseren Service.
Dann hatten wir auch noch festgestellt dass wir uns beim Anlegemanöver eine Angelleine eingefangen hatten. Erst dachte ich sie wäre ins Bugstrahlruder geraten, dem war glücklicherweise dann doch nicht so. Wir konnten nicht raus finden wo sie nun fest hing und sind einfach wieder los mit dem Vorsatz uns an der Algarve mal trocken fallen zu lassen. Leider kam es anders. Auf dem Törn von Motril nach Malaga lief leider die ganze Zeit der Jockel, also kaum Wind dafür aber reichlich Sonne. In Malaga sind wir gar nicht an Land da wir draußen geankert haben und am nächsten Morgen gleich weiter wollten. Zudem kassieren Sie in der Stadtmarina für eine Nacht 2 Tagessätze, also doppelt! Die Logik: ein Tag geht von 00:00 bis 24:00, also ist man bei der ersten Nacht ja schon 2 Tage in der Marina, ist doch klar oder?!
Die Wettervorhersage hatte was von max 18kn in Böen gemeldet, doch gleich nachdem wir den Windschatten der Mole verlassen hatten frischte es auf und die Skipperette musste mit Böen bis zu 30 kn kämpfen. Dafür ging es flott voran bis mittags der Wind nachließ. Nach 45sm erreichten wir den netten Ort Estepona mit einer schönen Marina, vielen Restaurants direkt im Hafen und einer sehr netten Marinaverwaltung, sogar deutsch sprechend.

       

Da blieben wir doch gerne eine weitere Nacht und erkundeten den Ort ehe es am 23.2. dann nach Gibraltar ging, leider auch nur wieder motort. Wir hatten uns ja eigentlich vorgenommen weniger zu motoren aber irgendwie will der Wind nicht so wie wir ihn gerne hätten und ewig in einer Marina nur auf Wind warten ist auch blöd. Dafür wurden wir an der Tankstelle in Gibraltar sehr positiv überrascht: bei 56,5 Cent pro Liter Diesel kommt wieder richtig Freude beim Tanken auf!! Die Tanks waren leer und so haben wir natürlich erst mal laufen lassen. Und dann gab es auch noch einen einigermaßen geschützten Ankerplatz neben der Marina von La Linea de la Conception (so heißt der Ort wirklich, ich glaube die Spanier konzipieren heute noch daran). Am nächsten Tag ging es per Fahrrad nach Gibraltar nachdem wir erst versucht hatten mit dem Dingi in einer der Häfen von Gibraltar anzulegen. Doch die Marineros machten uns darauf aufmerksam, dass dies mit Dingi nicht möglich sei, nur mit richtigem Schiff, wegen der „Imigration“. Nee, is klar! Wir leben in der EU und Gibraltar gehört irgendwie zu dem noch EU-Land Großbritannien. Aber hätte uns ja klar sein müssen, schließlich gibt es auf dem Landweg ja auch noch Grenzkontrolle, nix da mit Schengen-Abkommen. Also mussten wir bei viel Wind und entsprechend Welle die knapp 3 sm zurück zur Nis Puck und waren dementsprechend pitsch nass als wir ankamen. Welch Freude! Also neue Klamotten an, die Fahrräder aus den Backskisten gezerrt (genau das wollte ich mir eigentlich ja sparen) und mit dem Dingi an Land und weiter mit Rad nach Gibraltar.

        

Kannten wir ja schon von unserer Reise ins MM in 2014, also nur mal die Hauptstraße rauf und runter, für den geplagten Rücken von Lisa eine Wärmflasche erstanden und für die vielen Fotos eine SD-Card und schon ging es bei dem trüben Wetter wieder zurück an Bord.
Bei keinem Wind dafür aber Strom gegenan ging es am nächsten Tag durch die Straße von Gibraltar, vorbei an Tarifa 40 sm bis nach Barbate. Die Marina recht leer und trostlos. Völlige Fehlplanung da viel zu weit vom Ort der einen Besuch auch nicht wirklich wert ist. Wenigstens die Duschen waren heiß und so gingen wir zeitig in die Koje denn am nächsten Morgen wollten wir früh los. Ziel war das 45 sm entfernte Cadiz. Wir hatten gehofft nun endlich wieder mal Segeln zu können, aber es waren dann nur 5sm die der Motor pausierte. Cadiz hat ja ein riesigen Hafen bzw. eine riesige geschützte Bucht und wir hofften dort wegen des angesagten Sturms ein geschütztes Ankerplätzchen zu finden. In der Karte ist ein einziges Ankergebiet eingezeichnet doch dieses ist mit an Bojen befestigten Kleinbooten überfüllt. Also versuchten wir daneben zu ankern doch der Anker hielt kein bisschen. Hatten wir so noch nie erlebt. Der splippte wie geölt über den Grund. Nach 3 Versuchen gaben wir entnervt auf und fuhren die 3 sm zurück durch die Bucht zur Marina America. Fatalerweise hat man uns einen Platz in dem äußeren Becken (wo die großen Boote liegen) zugewiesen, denn dort lief bei dem vorherrschenden Südwestwind reichlich Schwell hinein. Ich glaube ich habe Nis Puck noch nie mit so vielen Leinen und Ruckfedern gesichert, auf der Heckklampe waren es alleine 4. Böen bis 45kn waren gemeldet und draußen sollte es Welle bis 6,5 m geben. Da ist man froh wenn man im Hafen nur etwas durchgeschaukelt wird. Doch daraus wurden dann ganze 8 Tage, bis auf 2 hat es ausnahmslos geregnet und immer wieder Wind so dass die gemeldeten Wellenhöhen uns an der Weiterreise hinderten. Zum Glück hat Cadiz eine schöne Altstadt und ein paar Sehenswürdigkeiten.

       

Nur ist es leider ein Regenloch mit über 1400mm Niederschlag im Jahr! Da die Wettervorhersagen auch keine wesentliche Besserung versprachen haben wir das Ziel Algarve schweren Herzens abgeblasen und sind am 7.3. wieder zurück nach Barbate und gleich am darauf folgenden Tag nach Gibraltar gemotorsegelt. Zum Glück war es tagsüber trocken. Zwischenzeitlich hat auch noch unsere Starterbatterie den Geist aufgegeben (wie wir dachten). Die Preise für eine neue beim Shipchandler mehr als gesalzen so daß ich das etwas spezielle Teil im Internet orderte. Die Seite nur auf spanisch und so kam wie es kommen musste: der Bestellvorgang wurde abgebrochen. Also da angerufen, Englisch leider Fehlanzeige. Dann halt auf Englisch gemailt, das konnten die Jungs dann auch in Ruhe übersetzen. Nach ein paar emails hin und her war es geschafft und das Ding war bestellt. Nur ob es auch wirklich nach Estepona geliefert wird wussten wir da noch nicht. Nach ein paar Tagen in der Marina von La Linea (beste Waschräume die wir in einer spanischen Marina gesehen hatten) noch einmal die Tanks in Gibraltar aufgefüllt und zurück nach Estepona gesegelt. Die Strömung hat fleißig mitgeschoben. Interessanterweise gibt es in der Straße von Gibraltar fast immer eine Strömung ins Mittelmeer, das liegt an der immensen Verdunstung im MM die durch die Zuflüsse von Land nicht ausgeglichen wird. So fließt ständig Wasser vom Atlantik ins Mittelmeer und der Salzgehalt steigt im MM kontinuierlich. Wir haben uns natürlich an den Stromkarten von der Straße von Gibraltar orientiert, mussten aber erhebliche Abweichungen in der Realität feststellen.

In Estepona angekommen mussten wir feststellen, dass die bestellte Batterie noch nicht da war. Dafür gibt es aber eine Midseason, d.h. also gleich mal höhere Hafengebühren! Ich rief dann gleich den Lieferanten der Batterie an um zu fragen wo selbige denn ist. Natürlich wieder kein Englisch so dass die Unterhaltung mit Hilfe der Online-App eines bekannten Internetportals abgewickelt wurde. Er gab den Satz in spanisch ein, die App übersetzte und er schickte mir den link seiner Website via Chat zu. Wusste gar nicht dass das funktioniert. Das dauerte natürlich ewig. Er schickte mir auch den Tracking-link der Spedition, und oh Schreck: Paket erfolgreich zugestellt, doch mit dem Ort konnte ich nix anfangen. Im übrigen hatte der Lieferant in der Bestellbestätigung die Zieladresse aus 3 Adressen zusammengewürfelt: Name der Marina in Cadiz, Straße der Verwaltungsgesellschaft vom Hafen Estepona in Malaga und Ort = Estepona. Das aber hatte ich noch rechtzeitig korrigieren können. Nun forschten wir also weiter mithilfe des Chat wo denn die Batterie hin geliefert wurde. Zum Glück stellte sich nach den Recherchen bei der Spedition heraus dass sie doch in der Marina abgeliefert wurde. Die Eintragungen in das Tracking-system sind in den südlichen Ländern oft falsch.

Die Batterie also gleich zum Boot geschleppt und eingebaut, funktionierte. Am nächsten Tag sollte es gleich weiter gehen, diesmal nach Benalmadena. Doch der erste Startversuch der Maschine schlug fehl, erst beim zweiten sprang der Jockel freudig an. Merkwürdig! Mir kamen erste Zweifel ob es an der Batterie lag, doch der der Batterietester hatte meine Vermutung auf defekte Batterie bestätigt. Schließlich war sie auch schon 8 Jahre alt.
Die 37sm nach Benalmadena konnten wir sogar mehrheitlich segeln. Die Nacht zuvor hatte es wieder 30kn Wind und Regen gegeben. Bei viel Wind war die Einfahrt nach Benalmadena recht spannend da die Fahrrinne schmal und flach ist. Die Einfahrt versandet wohl allmählich. Wir bekamen einen Platz im hinteren Becken des verzweigten Hafens und dachten prima, da liegen wir ruhig. Doch Fehlanzeige, unglaublich wie viel Schwell und Strömung es in dem Hafen gab. Dafür recht günstig mit brauchbaren sanitären Anlagen und vielen vielen Restaurants und Shops sowie gute Anbindung nach Malaga. Wir waren froh nicht in der Hochsaison hier zu sein, denn da muss es unglaublich voll sein. Da Wettervorhersage wieder nicht so toll und wir etwas von der Umgebung sehen wollten haben wir uns einen Mietwagen gegönnt. 4 Tage für knapp 20 Euro, in La Linea wollten sie 100,- vor Ort haben! Nur musste ich den Wagen am Airport Malaga abholen, klappte aber mit Bus und Bahn (hält direkt am Airport) prima. So machten wir Ausflüge nach Cordoba, Ronda, Malaga und Nerja.

       

Cordoba hat eine schöne Altstadt die wir zuerst erkundeten. Leider nicht die Öffnungszeiten von Alcazar de los Reyes gecheckt, so wurden an einem Sonntag um 14.00 die Tore vor unserer Nase zugemacht, da staunste nicht schlecht. Nächstes Ziel war Ronda ein nettes Örtchen in den Bergen mit einer Brücke über eine tiefe Schlucht.

       

Malaga stand natürlich auch auf dem sightseeing-Programm und last but not least Nerja mit dem Balkon Europas.

       

Hier haben wir vor 4 Jahren noch vor dem Strand geankert und uns über die eingeleiteten Abwässer geärgert aber nicht gewusst wie schön der Ort selber ist.
Nach einer Woche ging es dann endlich weiter oder besser zurück nach Almerimar mit Zwischenstopp Motril. Der Himmel beschenkte uns, auf diesem Weg mit bizarren Wolkenformationen.

       

Almerimar, nun hatte es uns wieder! Wiedersehenfreude mit den zurückgebliebenen Seglerfreunden. Reih um wurde auf den Schiffen den Gaumenfreuden gefrönt. Da wir vom örtlichen Segelmacher kein Angebot für ein neues Lazybag bekamen, haben wir uns kurzerhand in Almeria Stoff und Utensilien gekauft und es selbst genäht.
Vielen Dank an Angela und Klaus von der Zarazhoe dass wir ihre Nähmaschine benutzen durften. Als nächstes war der Wassersammler zu reparieren bzw. wie ich dachte die Nähte nachzuschweißen. Also baute ich den Trümmer (Edelstahl, ca. 30kg) aus verzwickter Position aus und der Schlosser holte ihn ab. Am nächsten Tag die Horrormeldung: die Nähte lassen sich nicht nachschweißen, alles porös, ein neuer muss gebaut werden!! Was blieb uns anderes übrig als den Auftrag zum Neubau zu geben. Wieder ein Tag später die Meldung: kann doch repariert werden, nur Deckel und Boden werden neu gemacht. Dabei stellte sich heraus, dass der Kasten aus 5mm Blech (üblich 3mm) gebaut war. Aha, deswegen so schwer. Und damit er länger hält hat der Schlosser dann gleich 6mm Blech für Boden und Deckel genommen. Was hab ich beim Einbau geflucht ….
Dann war da noch unser E-Faltbike welches wir in Malaga in Reparatur gegeben hatten und es in Almeria bei der örtlichen Niederlassung der Sportartikelkette abholen konnten. Nur das war wieder eine Odysee. Morgens mit dem Bus nach Almeria um noch mal was beim Stoffladen zu besorgen.

       

Dann weiter mit dem Bus nach Aquadulce, da wollten wir ursprünglich mit dem Boot hin, aber Wind und Welle hatten uns abgehalten. Also dort etwas umgesehen und natürlich den Hafen besucht. Es folgte großes Rätselraten welcher Bus wann zu unseren Zielen fährt. Die Fahrplankopie der Touristinformation – falsch! Die Fahrpläne an der Haltestelle – falsch oder veraltet. Die Angabe auf der Leuchttafel – genauso falsch!!! Irgendwann nach ca 1,5h kam mal ein Bus der wenigstens in die Nähe des Sportartikelladen fuhr. Lisa bekam 20 min später einen Bus zurück nach Almerimar. Ich musste dann noch einen Kilometer bis zum Laden laufen. Fahrrad war fertig, nur leider die bestellten Ersatzspeichen nicht. Diese mussten noch gekürzt und ein neues Gewinde geschnitten werden. Geschätzte Dauer lt. Verkäufer: einen halben Tag!!! Ich dachte ich krieg die Krise. „Dann mach mir halt nur 2 von den 10, ich geh dann mal solange in den Baumarkt nebenan“. Gesagt getan. Als ich zurück kam war der Verkäufer in einem langwierigen Gespräch mit anderen Kunden. Somit war mein Bus dann mal weg. Und die nächsten 2,5 h fuhr keiner – in der Hauptgeschäftszeit, abends!! Bis ich dann aus dem Laden kam war es 20:00, der nächste Bus sollte so gegen 21:15 Uhr kommen. Na denn noch schnell in den Supermarkt. An der Haltestelle warteten noch 2 Afrikaner. Als der Bus dann endlich mit halber Stunde Verspätung kam, hatte einer der Afrikaner erst mal eine Diskussion mit dem Fahrer. Ich als Zweiter deutete auf den Laderaum um das Fahrrad zu verstauen, aber der Fahrer machte keine Anstalten diesen zu öffnen. Statt dessen fluchte er irgend etwas, schloss die Tür und fuhr ohne mich davon! Haste Worte? Da fiel mir nur wieder mein Erfahrungsspruch ein: die Spanier können‘s einfach nicht!!! Was blieb mir anderes übrig als ein Taxi zu bestellen, sündhaft teuer, keine Kontrolle da Kilometerzähler abgestellt. Und dann auch noch die Quittung mit falschem Datum ausgestellt.
Es wurde höchste Zeit dass wir von Almerimar wieder weg kamen!!!

       

Am letzten Tag unseres Aufenthaltes in Almerimar durften wir noch an der Schiffstaufe von Segelyacht “ De Max“ von Monika und Emil teilnehmen.

 

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Von Barcelona über die Balearen nach Almerimar

Törnbericht Barcelona-Almerimar  (Ende August bis November 2017)

Nach knapp 115 Seemeilen erreichten wir am 28. August die Cala de Algaiarens im Norden Menorcas. Diese Insel hat ein wunderschönes Segelrevier. Mit ihren tiefen, geschützten Buchten hat man auch in der Hochsaison ausreichend Möglichkeiten zum Ankern.
DSC02577Als wir am 29. August früh morgens aus unseren Kojen aufstanden, hatte sich dichter Nebel gebildet. Nach einem ausgiebigen Frühstück klärte es jedoch schnell wieder auf.
Die Sonne schien wieder aus gewohnt strahlend blauem Himmel.
Um 9:37 Uhr lichteten wir den Anker und machten uns Richtung Nord Westen auf zur Bucht von Fornells unserem nächsten Ziel. Unterwegs dort hin passierten wir die Cala Biminel-la. Hier legten wir einen Badestopp ein, da diese wunderschöne Bucht mit ihrem klaren Wasser und den bizarren Felsen nur so dazu einlud. Diese spontanen Änderungen des ursprünglichen Plans, machen das Langfahrtsegeln so bunt und spannend!
Am 30. August setzten wir nach 2 Seemeilen die Segel und konnten uns bei moderatem Wind von 12 Knoten aus NNW, zumindest den größten Teil der 20 Seemeilen nach Mahon, ohne störende Motorgeräusche fortbewegen.
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Zu Beginn des Zufahrtkanals zur Hauptstadt Menorcas gibt es nördlich hinter der kleinen Insel Illa de Llatzeret eine Ankermöglichkeit. Dort fiel um 14:10 Uhr unser Anker unterhalb der Festung ins Wasser.
Die ca. 2,5 Seemeilen bis zur Stadt tuckerten wir mit unserem Dingi entlang der schönen Villen. Das Stadtzentrum befindet sich auf einer Anhöhe. Von dort aus hat man einen wunderschönen Blick.
DSC02628Viele Familienbetriebe und Klein-manufakturen auf Menorca bieten schönes Kunsthandwerk und typisch menorquinische Speisen und Produkte an. Hierzu zählen handgemachte Sandalen, Lederwaren, Modeschmuck, Keramik, Gin, Kamillenlikör oder der menorquinische Käse Queso Mahon. Außerdem gönnten wir uns in der Markthalle ein frisch gezapftes Mahon Bier.
Am 31. August segelten wir entlang des Cabo del Bisbe zur Cala Galdana im Süden Menorcas. Hier begegneten wir zum ersten Mal der Segelyacht A. Dieses von Phillipe Starck entworfene Segelboot ist das größte der Welt und gehört dem Milliardär Andrey Melnichenko.
DSC02673Von dieser Bucht aus wollten wir ursprünglich mit dem Bus nach Ciutadella. Sie gilt als eine der schönsten spanischen Städte mit ihrem historischen Stadtkern. Bis ins 18. Jahrhundert war sie die Hauptstadt Menorcas.
Bei unserem obligatorischen Bad im Meer wurden wir jedoch von einem Gewitter überrascht und wir beschlossen lieber an Bord zu bleiben.
DSC02694Am nächsten Morgen lichteten wir um 9:20 Uhr den Anker und konnten sofort Segel setzten. So genossen wir nach langer Zeit noch einmal herrlichen Segelwind, der uns nach 43 Seemeilen nach Mallorca in die Bucht von Pollenca brachte. Hier verabschiedeten wir uns von unseren Gästen und legten ein paar Tage Pause ein um kleinere Reparaturen zu erledigen und Polster für das Cockpit zu nähen.DSC02810-klein
Mit einem Leihwagen fuhren wir durch das Tramontana Gebirge im Nord Westen der Insel, nach Soller, Alcudia, Valdemossa und schließlich nach Palma wo wir Martins Sohn Luca vom Flughafen abholten. Mit ihm fuhren wir am nächsten Tag noch zum Kap de Formentor, wo wir eine wunderbare Aussicht genossen. Mallorca hat landschaftlich sehr viel zu bieten. Hier kommen nicht nur Strandurlauber, sondern auch Radfahrer, Wanderer und natürlich Wassersportler auf ihre Kosten.

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DSC02740 DSC02714Am 10. September wurde um 9:45 Uhr bei bedecktem Himmel der Anker hochgeholt und wir machten uns auf Richtung Cala Ratjada. Als wir die geschützte Bucht von Pollenca verließen, erwartete uns draußen 2-2,5m Wellen und in Böen bis zu 33 Knoten Wind. Nach einer Stunde begann es dann auch noch zu regnen, was die 26 Seemeilen bis zu unserem Ziel nicht sehr angenehm machte.

DSC02813Für Luca war es der erste Törn in seinem Urlaub und der Ärmste hatte mit Seekrankheit zu kämpfen. Im Hafen von Cala Ratjada erwarteten uns 5 Freundinnen aus Aachen die dort alljährlich ein paar Tage ausspannen.

DSC_0870 Mit ihnen verbrachten wir bei einem kleinen Imbiss einen schönen Nachmittag auf der Nis Puck. Abends gings dann noch in die Stadt ins Cafe Tres, denn für uns bietet sich ja nicht oft die Gelegenheit, Freunde in der Ferne zu treffen.
Am 11. September legten wir um 11:05 Uhr in der Marina von Cala Ratjada ab und konnten die Hälfte der 22,8 Seemeilen Richtung Süden hoch am Wind nach Porto Colom segeln. Diese Bucht gilt als die sicherte Ankermöglichkeit Mallorcas. Dort ist ankern jedoch mittlerweile gänzlich verboten und so mussten wir an einer der Bojen festmachen. Die Stadt bietet einen krassen Gegensatz zu Cala Ratjada, denn dort waren schon viele Restaurants geschlossen und kaum Touristen unterwegs.
DSC_0881Am nächsten Morgen erwartete uns ein wunderschöner Segeltag. Wir konnten gerefft die 20 Seemeilen bis zur Bucht von Colonia Saint Jordi segeln. Auch hier trafen wir uns mit zwei befreundeten Paaren aus der Heimat. Da wir häufig zusammen Karneval feiern, machte ich mir den Spaß sie im Ringelshirt und Piratentuch zu empfangen. Noch lustiger war jedoch, dass auch sie im Kostüm erschienen!
Als wir uns am 13. September Richtung El Arenal aufmachten, durfte ein Badestopp an dem wunderschönen Strand von Estreng nicht fehlen. Wir dachten Luca eine Freude zu machen einmal abends in der Partymeile von Mallorca zu flanieren. Das es den Ballermann in seiner ursprünglichen Form nicht mehr gibt ist ja hinreichend bekannt und auch gut so. Das allerdings in der Schinkenstraße noch bei gleicher Mucke wie vor 30 Jahren nur noch Oldies 60+ unterwegs sind, teilweise sogar mit Rollator, hatten wir nicht erwartet.
DSC02868Am 14. September segelten wir entlang der Südküste Mallorcas zu unserem letzten Ziel auf der Insel, Santa Ponsa. Als mittags unser Anker ins Wasser fiel erfrischten wir uns bei einem Bad im Meer. Außerdem nutzten wir die Einkaufsmöglichkeiten und den Waschsalon. Abends blieb die Küche an Bord kalt und wir aßen in einem schönen Restaurant mit Blick in die Bucht.
Bis zu unserem nächsten Ziel Ibiza lagen 73,4 Seemeilen vor uns. Also hieß es früh morgens am 15. September raus aus den Kojen. Bei 22 Knoten Wind konnten wir sofort Segel setzten und die Maschine ausmachen. OLYMPUS DIGITAL CAMERADie dunklen Wolken störten uns zunächst nicht. Als Ibiza in Sichtweite kam, tauchte in etwa 2 Meilen Entfernung eine Windhose am Himmel auf, die sich glücklicherweise bald wieder auflöste.  Kurz vor der Nordspitze Ibizas am Punta des Moscartar, drehte der Wind und wir änderten den Kurs. Der ursprüngliche Plan sah vor an der Ostseite Richtung Ibiza Stadt zu segeln. Als wir entlang der Westseite segelten, mussten wir jedoch feststellen, dass die Kursänderung eine Fehlentscheidung war.

DSC02825Der Wind nahm entgegen aller Vorhersagen auf 35 Knoten zu und die Wellen wurden immer höher. Martin hatte große Mühe bei dem hohen Ruderdruck die Nis Puck auf Kurs zu halten. Eine Welle warf uns so auf die Seite, dass unser Dingi, das am Heck an den Davids befestigt war, auf den Kopf gedreht wurde und dort hängen blieb. Bei der Aktion verloren wir die Sitzbank, den Dingi Anker und noch ein paar andere Kleinteile. Den Plan in eine der kleinen Buchten an der Westseite zu flüchten, verwarfen wir schnell wieder, als wir sahen wie die hohen Wellen gegen die Felsen prallten. Also mussten wir noch ca. 3 Stunden bis in die nächste größere geschützte Bucht durchhalten. Es waren bisher die heftigsten Wellen die wir im Mittelmeer erlebt hatten.
DSC02881Selten hat das Ankerbier so gut geschmeckt als um 19:30 in der Bucht von Sant Antoni das Eisen ins Wasser fiel! Dieser Törn hat uns an die Grenze der Belastbarkeit gebracht und wieder einmal mehr gezeigt, dass auch das Mittelmeer seine Tücken und Gefahren birgt.
Auch wenn der Ort nicht viel zu bieten hatte, wetterten wir erst mal ein paar Tage ab, bevor es am 18. September bei strahlendem Sonnenschein und 9 Knoten Wind aus WSW wieder weiter um die Südspitze Ibizas in eine Bucht neben Ibiza Stadt ging.

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Hier lernten wir Maja und Hajot aus der Schweiz kennen, die mit ihrer Alubat Ovni ebenfalls in der Bucht ankerten. Sie hatten uns schon in Griechenland und auf Menorca gesehen und dachten unser Schiff heißt No Pink.
Nun war Lucas Urlaub leider schon wieder zu Ende. Zwei Tage später erwarteten wir Besuch von meiner Schwester Margret und meiner Tochter Jackie, die uns im Juli schon einmal besucht hatte. Da der Wind auf Ost gedreht hatte lag nun unangenehmer Schwell in die Bucht und wir motorten mit ausgerollter Genua als Unterstützung nach Formentera.
DSC02927Hier ankerte auch die Segelyacht A und wir hatten Gelegenheit sie einmal ganz aus der Nähe zu betrachten. Uns gefiel dieser silberne Klotz nicht besonders, eben nicht schiffig genug.
Am 21. September lichteten wir morgens den Anker und motorten die 10 Seemeilen wieder zurück um zunächst in der Luxus Marina von Ibiza unsere Wasservorräte auf zu füllen. Wir staunten nicht schlecht als man dafür 20 Euro verlangte. Der Nepp bei den Hot Spots ist wirklich frustrierend. Man ist sicher bereit für entsprechende Leistung auch zu bezahlen, aber die Abzocke kann einen schon manchmal wütend machen.
Da der Wind immer noch in die Bucht Playa d´en Bossa-Ibiza, die relativ zentral in Flughafen Nähe lag, stand versuchten wir an einer Anlegestelle bei den Fischerbooten fest zu machen um unsere Gäste an Bord zu nehmen. Doch leider wurden wir auch hier verscheucht und es blieb uns nichts anderes übrig als die Beiden bei ziemlich schaukeliger See zu empfangen.
Nach dem akrobatischen Akt Gäste mit samt Gepäck auf zu nehmen, holten wir schnell den Anker hoch, denn Margret war schon ganz blass um die Nase. Dies lag auch an der warmen Kleidung, der sie sich dann entledigte um draußen an der frischen Luft im Cockpit zu entDSC02973spannen. Dort sah sie schnell wieder besser aus und sie fühlte sich pudelwohl an Bord. Um 17:45 Uhr fiel dann südlich von Espalmador der Anker ins Wasser und beim Baden im Meer entstand sofort Urlaubsfeeling.

DSC03015Bei 25 Grad und 15 Knoten Wind aus Ost segelten wir am nächsten Tag in die Bucht Cala de Port Roig im Süden Ibizas. Diese schöne Bucht ist umrahmt von Felsen. Beim Landgang gab es allerdings nicht viel zu entdecken.
Da durfte der Besuch in Ibiza Stadt natürlich nicht fehlen. Zu diesem Zweck gönnten wir uns eine Nacht in einer der vielen Marinas in der großen Bucht von Evissa um dann mit dem Wassertaxi in die Stadt über zu setzten. Nach dem Schlendern durch die Altstadtgassen, aßen wir noch in einem der Restaurants ein paar spanische Leckereien.

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Am 24. September machten wir gegen Mittag die Leinen los und ankerten nach 12,2 Seemeilen an der Ostseite Formenteras. Während wir Mädels uns beim Landgang den Ort und die schönen Strände bei einem Spaziergang anschauten, musste der Skipper sich um das leidige Thema Gas kümmern. In Spanien ist es mittlerweile nicht mehr möglich die deutschen Gasflaschen auf füllen zu lassen und da die spanischen nicht in unser Gasfach auf dem Schiff hineinpassen, mussten wir auf das teure Campinggas umstellen. Man ist ja froh, dass in der EU die Größe der Gurken vereinheitlicht worden ist, aber Gasanschlüsse zu vereinheitlichen, hielt man wohl nicht für so wichtig.DSC02984 DSC02999
Da uns die Bucht gut gefiel und wir geschützt dort liegen konnten verbrachten wir noch einen weiteren Tag dort.
Am Morgen des 26. Septembers mussten wir allerdings schon früh den Anker wieder aufholen, da wir auf Legerwall lagen und unser Anker bei zunehmendem Ostwind drohte zu slippen.
Nun kehrten wir mit Motorkraft und Genua zurück in die Bucht Port Roig auf Ibiza, denn viele Möglichkeiten hatten wir bei Ostwind nicht. Dort verbrachten wir noch einen schönen Tag mit schwimmen, quatschen und Skib Bo spielen, denn am 28. September ging für Margret und Jackie wieder der Flieger zurück in die Heimat.
DSC03038Am 29. September kehrten wir um 6:15 Uhr Ibiza den Rücken und machten uns auf zum spanischen Festland. Laut Windvorhersage sollte um 10 Uhr der passende Wind kommen, der uns nach Calpe ans Festland bringt. Leider stimmte diese nicht und mehr als 5 Knoten waren nicht drin. Also motorten wir die 61 Seemeilen und erreichten unser Ziel nach ziemlich genau 12 Stunden. Nach einer leckeren Mahlzeit fielen wir auch schon bald in unsere Kojen, denn am nächsten Tag lagen wieder 67 Seemeilen vor uns. Bei diesem Törn konnten wir wenigstens einen Teil der Strecke segeln. DSC03052 Wir ankerten abends in einem Becken vor dem Mar Menor. Dies ist die größte Salzwasserlagune Europas, die man durch einen Kanal mit Brücke erreichen kann. Hier gibt es einen Flughafen ganz in der Nähe, breit angelegte Straßen und unzählige Ferienwohnungen in eher unschönen Hochhäusern. Die meisten Wohnungen standen allerdings leer und der Ort machte einen verlassenen Eindruck. Der ursprünglich erwartete Tourismus ist wohl ausgeblieben. Wir legten vor dem Marinagebäude an, um unsere Wassertanks zu füllen. Doch auch hier fanden wir niemanden bei dem wir hätten bezahlen können. Am selben Abend fuhren wir mit der letzten Brückenöffnung wieder aus der Lagune raus, denn am nächsten Morgen wollten wir früh aufbrechen.
Am 02. Oktober um 7:15 Uhr hieß es noch im dunkeln Anker auf! Bei achterlichem Wind konnten wir 33 von den insgesamt 55 Seemeilen segeln. Um 20:10 Uhr erreichten wir beim letzten Büchsenlicht die Bucht von Aguilas.
Etwa um die gleiche Uhrzeit starteten wir am nächsten Morgen unseren Törn weiter gen Süden. Diesmal entschieden wir wegen des unangenehmen Schwells, die Marina von San Jose´ an zu laufen.

DSC03072Das Hafenmeisterbüro ist hier in einen Felsen integriert, was sehr besonders wirkt. Auch der Ort machte einen gepflegten Eindruck.  Nach einem kurzen Besuch im Supermarkt, kehrten wir zum Schiff zurück um dort noch eine Kleinigkeit zu essen.
Nun hatten wir nur noch 40 Seemeilen bis Almerimar vor uns. Hier wollten wir ca. eine Woche verbringen. Der Hafen dort ist recht günstig und wir freuten uns dort Maja und Hajot und andere Bekannte wieder zu treffen. Das aus der Woche vier Monate werden sollten konnten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht ahnen.
Wir legten also wir am 3. Oktober vormittags ab und freuten uns schon nach etwa einer Meile den Motor aus zu machen und mit einer Geschwindigkeit von 5,8 Knoten bei achterlichem Wind vorwärts zu kommen.

DSC03075 DSC03076 Am Cabo de Gata beobachteten wir eine Segelyacht vor uns, die einen Schmetterling fuhren. Da wir nichts haben um die Genua aus zu baumen ist das für uns eher schwierig. Die Stimmung war gut, der Wind passte, also wollten wir es dennoch versuchen. Das ging leider schief! Martin passte einen kurzen Moment nicht auf, fuhr eine Patenthalse, der gesetzte Bullenstander verhinderte zwar das der Baum komplett auf die andere Seite schwenkte, er kam nur bis Schiffsmitte.

DSC03079Erschrocken schauten wir uns an. Ich hätte noch die Gelegenheit gehabt die Großschot dicht zu holen, aber reagierte nicht schnell genug. So schlug der Baum wieder zurück und prallte vermutlich gegen das achterliche Unterwant und brach glatt durch. Nun mussten wir bei 22 Knoten Wind das ungereffte Großsegel irgendwie wieder nach unten bekommen und den gebrochenen Baum sichern damit er keine Schäden am Deckshaus verursachte. Vorbei war die gute Stimmung, das schöne Segeln und den Rest der Strecke nach Almerimar musste wieder mal der Jockel herhalten. Um 19:38 Uhr machten wir in der Marina in Almerimar fest und ließen erst einmal den Tag bei einem Anlegerbierchen Revue passieren.

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Schadenbegutachtung im Hafen                              Der Dom zu Almerimar

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Ein Ausflug zum Unglückskap Cabo de Gata

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DSC03206Besuch aus der Heimat, natürlich zünftig mit einem Pittermännchen Frühkölsch:-)

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Nizza – Barcelona August 2017

  1. Törnbericht Nizza bis Barcelona

Am 05. August kehrte Martin aus der Heimat zurück und um 15:00 Uhr machten wir die Leinen in der Marina Saint de Mar Nähe Nizza los und motorten bei 30 Grad und Flaute Richtung Antibes.

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Antibes gefiel uns sehr gut wegen der vielen kreativen Läden. Hier gibt es ein Picasso Museum, eine Kunstschmiede, einen Glasbläser, Maler, die ihre Werke ausstellen, eine Markthalle voller Köstlichkeiten und überall in der Stadt und an der Pier stehen Figuren aus Bronze.  Wegen unangenehmen Schwell mussten wir uns 6,8 Seemeilen weiter in eine geschützte Bucht verlegen in der auch die 162,5 Meter lange Eclipse, die aktuell zweitlängste private Motoryacht der Welt von Roman Abramowitsch lag.

DSC02248-klein Da kommt man sich schon ganz schön klein vor. Dafür gut geschützt denn die Eclipse hat ein Raketenabwehrsystem an Bord!
Auf dem Weg dorthin stießen wir fast mit einem amerikanischen Segelboot zusammen, als Martin der Skipperin Vorfahrt gewährte, sie sich aber nicht entscheiden konnte uns an Steuer- oder Backbord zu passieren. Nachdem sie eine Weile rum eierte und dabei immer näher kam musste Martin tatsächlich aufstoppen um einen Zusammenstoß zu vermeiden. Platz genug auf dem großen Mittelmeer, denkt man!
Am 7. August fuhren wir, leider wieder unter Motor auf die andere Seite des Golfes von San Juan und ankerten vor der Strandpromenade von Cannes.

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Da Martin ziemliche Schmerzen an seinem Fuß hatte und kaum laufen konnte, fuhren wir beim Landgang mit der Elektrobimmelbahn um wenigstens ein bisschen von der Stadt zu sehen. Zurück im Ankerfeld trauten wir unseren Augen nicht. Die Nis Puck war kaum aus zu machen, es wimmelte nur so von kleinen und großen Booten. Beim Ankern waren uns schon die Flöße mit Feuerwerkskörpern aufgefallen, doch wir dachten nicht, dass an einem Montag hier ein Mega Feuerwerk losgehen würde. Wie sich heraus stellte war an diesem Tag Festival of Art und wir waren nicht irgendwo mitten drin sondern mehr zufällig in der ersten Reihe. Wir lagen direkt an der imaginären Linie, die von den Booten der Wasserschutzpolizei abgefahren wurde. Kurz vor Beginn des Feuerwerks versuchte sich eine dreistöckige Superyacht laut hupend den Weg durch die Boote zu bahnen, um in vorderster Reihe ihren Anker zu werfen. Das gefiel den Franzosen gar nicht. Mit lauten Buh Rufen taten sie ihrem Unmut kund. Wider unserer Annahme, frei nach dem Motto Geld regiert die Welt, wurde diese Yacht entlang der laut applaudierenden Menschen auf ihren Booten von der Polizei aus dem Ankerfeld eskortiert.
Nach Einbruch der Dunkelheit wurde nach einer kurzen Eröffnungsrede die Titelmusik sämtlicher James Bond Filme von Land aus abgespielt. Mit einer sagenhaften Präzision flogen die Feuerwerkskörper synchron zur Musik in die Luft. Es war das beeindruckendste Schauspiel, dass wir je gesehen haben.
Am 08. August lichteten wir in Cannes den Anker und erreichten nach 21,6 Seemeilen den Strand von De La Nestelle. Nach einem Bad im Meer und einer Mahlzeit holten wir um 19:00 Uhr den Anker allerdings noch einmal hoch und fanden ein ruhigeres Plätzchen neben der Bucht von Saint Tropez.

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Ein malerisches Hafenstädtchen mit Charakter, allerdings zu dieser Jahreszeit hoffnungslos übervölkert. In den nächsten Tagen war ein starker Mistral gemeldet und so verlegten wir uns noch einmal 3,5 Seemeilen vor den Strand von Port Grimaud. Dieser besonders malerische Hafen besteht aus vielen kleinen verwinkelten Zufahrtskanälen an deren Ufern Ferienhäuser mit eigenem Anleger gesäumt sind.

DSC02336-kleinAls Martin dort ins Meer zum Schwimmen wollte, lachte ich ihn aus, weil er eine gefühlte Ewigkeit brauchte um endlich ein zu tauchen. Beim Blick auf die Temperaturanzeige des Wassers hatte ich allerdings Verständnis für sein Zögern, denn diese zeigte nur 16 Grad an. Durch den Sturm wurde offensichtlich das kalte Wasser von unten nach oben befördert, so dass bei angenehm warmen Außentemperaturen, dass Schwimmen nur den hart gesottenen vorbehalten war.
Am 12. August verließen wir die Bucht von Port Grimaud und konnten sofort Segel setzten.
14 Seemeilen legten wir segelnd zurück. Mussten dann allerdings weitere 14 Meilen zur Ile de Port Cros unseren Motor zu Hilfe nehmen. Diese schöne Bucht mit ihrem klaren Wasser füllte sich schnell. Anscheinend sehr beliebt unter den Italienern, die es ja bekanntlich gerne kuschelig mögen beim Ankern.

DSC02350-kleinAm nächsten Morgen segelten wir entlang der Küste von Porquerolles. Dies erwies sich als sehr schaukelige Angelegnheit, da unglaublich viele Motorboote unterwegs waren. Wir beschlossen diese Insel nur aus der Ferne zu betrachten und ankerten vor der Ile de Bendor neben dem Hafen von Bandol, am französischen Festland.

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Am Abend schlenderten wir beim Landgang durch die Altstadt und gönnten uns einen Crepe´.
Am 14. August holten wir mittags den Anker hoch und segelten 11,6 Seemeilen nach Cassis.

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Schwimmen war bei 15 Grad Wassertemperatur zumindest für uns Weicheier leider immer noch nicht möglich. Am 15.08. lichtete die Nis Puck um 9:30 Uhr den Anker mit Kurs auf Fos sur mer. In dieser riesigen Bucht lagen viele Tanker vor Anker. Hier gibt es wohl viel Industrie und Raffinerien.

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Es gibt auch Hotels und Ferienwohnungen, doch wir konnten beim Landgang diesem Ort nicht viel abgewinnen. Am nächsten Morgen tankten wir 500 Liter Diesel und füllten unsere Wasservorräte auf. Auf unserem Weg nach Grand du roi konnten nur 14 von den 47 Seemeilen gesegelt werden.

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Die restliche Strecke wurde „gemotorsegelt“. Das Mittelmeer machte seinem Namen mal wieder alle Ehre. Entweder zu viel Wind, oder zu wenig und meist aus der falschen Richtung. Um 20:45 fiel neben der Zufahrt von Port L´espignette das Eisen ins Wasser. Die letzte Brückenöffnung nach Grand du roi war um 18:30 Uhr, also aßen wir einen leckeren Auflauf den Martin unterwegs schon zubereitet und legten uns früh in die Koje.

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Um 8:00 Uhr am nächsten Morgen waren wir bei der ersten Brückenöffnung dabei und konnten nach dem Zufahrtskanal in einem Becken direkt vor dem LIDL ankern. Da geht einem doch das Seglerherz auf! Nun konnte Proviant gebunkert werden, denn die Lebensmittelpreise in Frankreich sind nicht zimperlich.
Als wir abends beim Landgang an der Uferpromenade entlang spazierten, wunderten wir uns über die Polizeipräsenz. Wenig später erfuhren wir von dem Anschlag auf der Rambla in Barcelona.
Die 36,2 Seemeilen nach Adge, unserem nächsten Ziel, konnten wir am nächsten Tag segeln.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAHier nahmen wir am 19. August Kristin und Lena, zwei Studentinnen an Bord. Mit ihnen konnten wir die 34 Seemeilen nach Leucate größtenteils segeln. Während Martin und ich uns über den Segelwind freuten, verbrachten die beiden den Törn bei unangenehmer Welle in der Koje bzw. an der Reling.
Am nächsten Tag hatten wir 43,5 Seemeilen bis Cadaques in Spanien vor uns. Diese Stadt liegt im Norden der Costa Brava auf der iberischen Halbinsel und wird auch die weiße Stadt genannt. Hier reichen die Pyrenäen zehn Kilometer weit ins Meer. Nordöstlich des Zentrums liegt der Port Lligat mit dem Wohnhaus von Dali, in dem ein Dali Museum eingerichtet ist.

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Am 21. August lichteten wir um 10:45 den Anker, setzten um 11:00 Uhr das Großsegel und nahmen mit achterlichem Wind Kurs auf Palamos.

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Hier fanden wir um 17:37 Uhr nach knapp 32 Seemeilen noch einen geschützten Platz neben dem Hafen hinter der Mole. Zumindest dachten wir hier geschützt zu liegen, doch die Windvorhersage stimmte leider nicht und so hatten wir unsere liebe Not nach dem Landgang wieder an Bord zu kommen. Die Badeplattform der Nis Puck klatschte bei den Wellen so heftig ins Wasser, dass wir mehrmals mit dem Dingi ran fahren mussten um mit einem gezielten Sprung auf´s Schiff zu kommen.
In Palamos befindet sich das einzige Fischereimuseum im Mittelmeer. Der Besuch dort war sehr beeindruckend.

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Zu Anfang sahen wir einen Film über den Alltag der Fischer, früher und heute. Mit vielen kleinen Details werden dort Werkzeuge, Netze, Körbe, Taue usw. gezeigt. Das Mittelmeer hat einen Anteil von 0,3% am Gesamtvolumen aller Meere unseres Planeten. Der Meeresboden hat einen ungeheuren Artenreichtum, aber wenig Fisch von jeder Sorte. Die Überfischung im Mittelmeer zeigt fatale Folgen. Es werden immer mehr junge Fische aus dem Meer geholt. Dadurch können sich die Bestände nicht erholen.
Am nächsten Tag nahmen die Nis Puck Kurs auf Arynes de Mar. Hier machten wir am Nachmittag des 23. August in der Marina fest. Da die Marina verhältnismäßig günstig war und Waschmaschinen vorhanden waren, verlängerten wir unseren Aufenthalt dort um einen weiteren Tag. Wir nahmen Abschied von Kristin und Lena die ihre Reise per Zug nach Barcelona fortsetzten.
Am 25. August machten wir um 10:45 Uhr die Leinen los und erreichten nach 23 Seemeilen den Raeil Club Maritim in Barcelona. Die Zufahrt zu diesem an der Statue des Christoph Columbus liegende Hafen, war schon ein Erlebnis!

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Entlang der riesigen Fähren und Kreuzfahrtschiffe, kamen wir pünktlich zur Öffnung der Brücke dort an. Ich hatte Mühe rechtzeitig die Fender und Festmacherleinen klar zu machen, da ich so mit fotografieren beschäftigt war. In Barcelona durfte natürlich der Besuch in zumindest einem Gaudi Haus, der La Sagrada Familia, im Hard Rock Cafe´ und das Flanieren auf der Rambla mit all ihren Pantomimen Künstlern nicht fehlen.

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Kurz nach dem Terroranschlag war die Stimmung hier noch sehr bedrückend. Diese Stadt hat natürlich noch viel, viel mehr zu bieten, doch das lies unser Zeitplan nicht zu. Wir erwarteten am 26. August ganz lieben Besuch aus der Heimat Aachen. Zufällig war genau an dem Wochenende Kardiologen Kongress in Barcelona. Da ich in Aachen in der Kardiologie arbeite, freute ich mich sehr einen unserer Oberärzte der auf dem Kongress einen Vortrag hatte mit seiner Frau und den beiden Kindern an Bord der Nis Puck begrüßen zu können. Er hat mich sehr bei meinem Vorhaben, eine Auszeit zu nehmen und diese Segelreise machen unterstützt. Martin machte mit ihnen eine kleine Hafenrundfahrt mit dem Dingi, entlang der Mega Yachten. Dies beobachtete die Portpolice und baten Martin sehr bestimmt wieder zurück zu seinem eigenen Schiff zu fahren.
Am selben Nachmittag kamen noch Helena und Jürg aus der Schweiz zu uns an Bord. Das waren jetzt schon die dritten schweizer Gäste in diesem Sommer. Wir haben sehr positive Erfahrungen gemacht und ich liebe die Sprache, auch wenn ich nur einen Bruchteil davon verstehe. Die beiden begleiteten uns eine Woche über Menorca nach Mallorca. Von diesem Abschnitt unserer Reise berichten wir beim nächsten Mal.

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Von Korsika nach Villefranche sur mer written by Lisa

Nachdem wir am 13.Juli Abschied von meiner Tochter Jackie und ihrem Freund genommen hatten legten wir in der Marina in Bastia ab und motorten 9 Seemeilen weiter nördlich in die Bucht Marine de Pietracorbara. Hier verweilten wir zwei Tage, machten klar Schiff und genossen das kristallklare Wasser zum Baden.DSC02001-klein
DSC02004-kleinAm 15. Juli erwarteten wir Corine und Markus aus der Schweiz, die uns zwei Wochen begleiten sollten. Mit den beiden nahmen wir mittags Kurs auf Elba. Kurz vor Dunkelheit erreichte die Nis Puck nach 32,8 Seemeilen die Bucht von Fetovaia. Diese beliebte Bucht mit ihren schroffen Felsen, war schon recht voll, doch es gab noch einen Ankerplatz für uns. In den frühen Morgenstunden slippte der Anker, da der Wind gedreht und zugenommenhatte so daß wir ankerauf gehen mussten. Nach dieser schaukeligen Nacht fiel das Eisen zwei Seemeilen weiter östlich ins Wasser und es wurde erst einmal ausgiebig gefrühstückt. Bei schwachem Wind mussten die 19 Seemeilen Richtung Porto Azzurro, unserem nächsten Ziel motort werden. DSC02019-kleinDSC02029-kleinBeim Landgang führte Martin uns durch den Ort. Er war vor ein paar Jahren bei diversen Ausbildungstörns des Yacht Clubs Bayer Leverkusen schon mehrfach auf Elba gewesen. Da wir nun wieder in Italien waren, genossen wir ein Eis auf dem schönen Marktplatz.
Elba ist mit 225 km² die größte Insel des toskanischen Archipels. Die Küstenlänge beträgt rund 150 km. Das gewaltige Granitmassiv im Westen der Insel, hat geradezu alpinen Charakter. Mit 1019 m ist der Monte Capanne der höchste Berg Elbas.

Am 17. Juli lichteten wir um kurz nach 11 Uhr den Anker, um neben der Festung von Porto Azzurro einen Badestopp ein zu legen. Nach einem kleinen Mittagssnack hieß es Anker auf und nach knapp 19 Seemeilen erreichten wir im Norden der Insel Portoferraio, wo neben DSC02032-kleinDSC02044-kleindem Fähranleger unser Anker ins Wasser fiel. Martin führte uns in eine Pizzeria die ihm noch von seinem letzten Segeltörn auf Elba sehr positiv in Erinnerung geblieben war.  In diesem Familienbetrieb aßen wir bei wirklich schönen Ambiente eine Pizza aus dem Steinofen. Da das Wasser dort nicht zum Baden einlud, verlegten wir uns am nächsten Morgen knapp 4 Seemeilen weiter westlich in die Bucht Punta Aqua Viva. Da es auch hier sehr schwellig war, freuten wir uns am nächsten Morgen die Segel zu setzten um nach 10 Meilen Marciana Marina zu erreichen. Dieser entzückende Ort ist ringsum von grünen DSC02071-kleinDSC02083-kleinBergen umgeben. Die etwa 700 m lange Uferpromenade beginnt im Osten bei dem ältesten Ortsteil, der malerischen Fischersiedlung Cotone, deren Häuser stufenweise auf den ins Meer vorspringenden Felsen angeordnet sind. Vor dem Stadtzentrum erweitert sich die Promenade zu einer hübschen Parkanlage mit Palmen, Oleander, Eukalyptus und Tamarisken, die die weitere Promenade bis zum Hafen hin säumen. Von der Parkanlage gelangt man durch enge Gässchen zu der zauberhaften Piazza Vittorio Emmanuele, umgeben von alten Häusern, der Kirche, Geschäften, Restaurants und Cafe´s.
Am 20.Juli machten wir uns um 8:00 Uhr morgens auf Richtung Bastia auf Korsika, denn dort wartete das neue Dingi das Martin bestellt hatte auf uns. Während sich Corine und DSC02091-kleinMarkus den Ort anschauten, machten Martin und ich klar Schiff und nutzten die Gelegenheit die Wassertanks zu füllen. Das alte Dingi verschenkte Martin an einen der Marineros obwohl das neue bei der Erstwasserung ein kleines Leck zeigte. Am Mittag des 21.Juli verließen wir die Marina Bastia und konnten bald Segel setzten. Es gab zwar auch ein paar dunkle Wolken und Welle, aber wir freuten uns 21 von den 25 Seemeilen zum Cap DSC02099-kleinDSC02105-kleinCorse, wo um 17:50 der Anker ins Wasser fiel, segeln zu können. Von dieser Bucht hat man einen wunderschönen Blick auf den Leuchtturm der Ile Dela Giraglia am nördlichsten Zipfel Korsikas. Am 22. Juli konnten wir mit achterlichem Wind und wenig DSC02109-kleinWelle gemütlich nach Saint Florent segeln. Da in den nächsten Tagen Starkwind gemeldet war suchten wir Schutz im Golf von Saint Florent. Mehrfach verlegten wir uns wenige Seemeilen innerhalb der Bucht, um einen Badestopp ein zu legen. Markus versuchte sich im Angeln, was sich allerdings als nicht so einfach herausstellte. Er meinte er würde auch einen der dummen Fische nehmen, doch auch diese bissen nicht an.
OLYMPUS DIGITAL CAMERAWährend unseres Aufenthaltes im Golf von Saint Florent konnten wir auch einen der verheerenden Waldbrände auf Korsika beobachten. Die Fire Fighter Flugzeuge füllten in der Bucht immer wieder im Tiefflug ihre Tanks um den Brand zu löschen. Dabei flogen sie sehr dicht über die ankernden Yachten hinweg.

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Nachdem wir am 26. Juli in der Bucht Puntalle den Tag mit schwimmen, lesen, Landspaziergang und ausruhen verbracht hatten, lichteten wir um 19:25 den Anker.
OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAAuf den 109 Seemeilen bis zum französischen Festland, konnten wir zumindest mehr als die Hälfte der Strecke segeln. Man wird ja bescheiden im Mittelmee. Am 27.Juli um 15:39 erreichten wir Villefranche sur mer und ankerten mit Blick auf die schöne Altstadt. Kurz DSC02190-kleinDSC02214-kleinspäter kam noch eine Superyacht namens Ecstasea in die Bucht. Es handelt sich dabei um die 86m lange ehemalige Yacht von dem Oligarchen Abramowitsch, ausgerüstet u.a. mit einem marinisierten 737 Triebwerk mit 40.000 PS – man gönnt sich ja sonst nichts!!
Am 28. Juli verabschiedeten wir uns von unseren Schweitzer Gästen Corine und Markus. Wir nutzten die nächsten Tage vor Anker für kleinere Reparaturen, fanden einen Waschsalon und einen LIDL. Am 01. August ging es 9 Seemeilen westlich in die Marina Saint Lorent, ganz in die Nähe des Flughafens von Nizza. Von dort aus ist Martin für 5 DSC_0664-klein

OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERATage nach Holland geflogen um ein paar Dinge zu regeln. Ich verbrachte die Zeit völlig unspektakulär im Hafen, schaute mir Nizza an und freute mich jeden Tag auf mein frisches Crossaint aus der Bäckerei direkt vor der Nis Puck. Von unseren Erlebnissen entlang der Côte d´Azur könnt ihr in unserem nächsten Törnbericht lesen.

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Von Neapel nach Korsika written by Lisa

Als am 10. Juni unsere Gäste, zwei begeisterte Segler, morgens an Bord kamen, nahm die Nis Puck Kurs auf Ischia. Zunächst motorten wir an der Südbucht, der Insel Procida DSC01557-kleinvorbei, die uns 2014 schon durch ihre Postkartenidylle angezogen hatte. Dann konnten wir Segel setzen und erreichten nach 26,2 Seemeilen die Bucht Saint Angelo auf Ischia.
Am nächsten Morgen, wurde beim Landgang das kleine pittoreske Örtchen St. Angelo in Augenschein genommen.OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Zurück an Bord lichteten wir mittags den Anker, denn bis zu unserem nächsten Ziel Gatea waren es 39,4 Seemeilen, wovon wir 27 hoch am Wind segeln konnten. Nach einem Bad in dem herrlich klaren Wasser ging es, am nächsten Morgen weiter westlich der Küste entlang. Als wir in der Abenddämmerung vor der Stadt San Felice Circeo den Anker ins Wasser fallen ließen, kamen ein paar neugierige Delphine ans Boot geschwommen. Es ist immer wieder ein Highlight diese anmutigen Tiere zu beobachten.
Am 13. Juni wurden sofort nach Ankerauf Segel gesetzt und wir erreichten nach 22,5 Seemeilen die Insel Ponza. Da wir 2014 dort nur eine Nacht vor Anker gelegen hatten und am nächsten Morgen früh Richtung Sardinien aufgebrochen sind, wollten wir nun die Insel etwas ausführlicher erkunden und legten einen Tag Segelpause ein.DSC01603-klein          DSC01607-klein
So ging es dann am 15. Juni wieder zum Festland nach Nettuno. Bei schwachem Wind entschieden wir das Großsegel und den Blister (Leichtwindsegel) zu setzten. DSC01762-kleinHierbei wäre ich fast über Bord gegangen, da ich beim Segel setzten mit meinem Fuß in eine Schlaufe getreten bin. Als sich der Blister dann aufgebläht hat und die Schot (Leine), die an ihm befestigt war mit sich gezogen hat, konnte ich im letzten Moment noch meinen Fuß aus der Schlinge ziehen. Somit hätte ich fast Regel 1, 2 und 3 gebrochen: Nicht über Bord gehen!!!

DSC01615-kleinIn Nettuno konnten wir kostenlos (zumindest hatten wir das angenommen, da keiner kam), am Posto Transito (Liegeplatz für transitgehende Yachten) festmachen. In dem wirklich schönen Ort gönnten wir uns abends mitten im Herzen der Stadt ein paar Cocktails.
Am nächsten Mittag, legten wir ab und erreichten um 19:10 Uhr nach 29,6 Seemeilen die am Tiber gelegene Marina Nautilus unweit von Rom. Nachdem Martin ein perfektes Anlegemanöver, bei Wind und Strömung hingelegt hatte, tranken wir mit Giovanni unseren Anlegeschluck. Ihm gehörte das Segelboot hinter uns und er begeisterte sich für die Nis Puck. OLYMPUS DIGITAL CAMERA          DSC01624-kleinAls er hörte, dass unsere Gäste am nächsten Tag wieder die Heimreise antreten mussten, bot er sofort an, sie mit seinem Auto nach Rom zum Flughafen zu bringen.
Nun verbrachten wir 4 Tage in Rom, die natürlich nicht ausreichten um all die Sehenswürdigkeiten die diese Stadt zu bieten hat an zu schauen. Wir beschränkten uns auf den Petersdom, vatikanisches Museum, den Brunnen der Wünsche Fontana di Trevi und das Colloseum.

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DSC01642-klein      DSC01673-kleinAls ich dieses imposante Bauwerk vor mir sah, war ich zunächst überwältigt.  Doch leider blieb keine Zeit einen Augenblick inne zu halten, da von allen Seiten penetrant auf einen eingeredet wurde. Kalte Getränke, Sonnenschirm, die letzten Karten ohne anstehen zum Superpreis wurden einem aufgedrängt. In der Sixtinischen Kapelle, die eigentlich ein heiliger Ort der Besinnlichkeit sein sollte, brüllten die Aufseher ständig „no Fotos sch sch sch“ und „Silentium“, was wirklich lachhaft war. Sicherlich ist der Andrang in den Sommermonaten besonders groß, aber der Massentourismus ist wirklich nicht unser Ding und wir waren froh, als wir am 20. Juni die Marina Nautilus verlassen haben und schon nach 3,6 Seemeilen Segel setzten konnten. Um 20:34 fiel der Anker neben der Marina Santa Marinella ins Wasser. Unser ursprünglicher Plan hatte eigentlich vorgesehen von Rom aus nach Sardinien überzusetzten, doch die Windvorhersagen waren so schlecht, dass wir uns entschlossen haben noch weiter in den Norden des italienischen Festlandes zu fahren, um von dort aus nach Korsika überzusetzten. Nach Santa Marinella erreichten wir nach 2 Tagen, nach einem Zwischenstopp in Cala Galera, am 24. Juni die Insel Giglio. Zunächst versuchten wir unser Glück in dem kleinen schnuckeligen Hafen, aber dort war kein Platz zu bekommen.

DSC01752-klein          DSC01754-klein OLYMPUS DIGITAL CAMERAAlso ankerten wir in einer sehr schönen Bucht unweit vom Hafen und nahmen erst einmal ein Bad im Meer. Abends ging es dann per Dingi zum Sundowner an Land um die letzten Sonnenstrahlen auf den warmen Felsen zu genießen.

Am 24. Juni machten wir uns morgens um 5:55 Uhr auf nach Korsika. Wenn auch nur mit 3,5 Knoten, konnten wir wenigstens anfangs ein wenig segeln. Als der Wind jedoch immer mehr einschlief, versuchten wir unser Glück mit dem Leichtwindsegel. Dies funktionierte leider auch nur für 2 Stunden und so musste der „Hilfsmotor“ mal wieder bemüht werden. Die Segeleigenschaften der schweren Nis Puck lassen bei wenig Wind zu wünschen übrig. Nach 18 Stunden fiel der Anker vor Solanzaro auf Korsika ins Wasser. Natürlich nicht ohne vorher die korsische und französische Gastlandflagge zu hissen.

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Am nächsten Morgen war erst mal Ausschlafen angesagt und so ging es erst am späten Vormittag weiter Richtung Porto Veccio.DSC01773-klein Die ca. 3 Seemeilen tiefe Bucht bietet guten Schutz bei Starkwind. Das Wasser lud jedoch nicht zum Baden ein.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAJetzt war erst mal Landgang angesagt, denn ich war die letzten 3 Tage nicht von Bord gegangen, da ich mir virales Fieber mit Gliederschmerzen eingehandelt hatte. Außerdem mussten dringend Vorräte gebunkert werden. Am folgenden Tag fanden wir 11 Seemeilen weiter südlich die schöne Badebucht Golfe de Santa Giulia. Das flache Wasser in der mit Felsen gespickten Bucht schimmerte grünlich blau. Ein Bild wie aus einem Reisekatalog, was allerdings sehr trügerisch war. Der Wind drehte in der Nacht und unser Schiff fing heftig an zu rollen. Eine sehr unangenehme Art geweckt zu werden.

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DSC01791-kleinAlso am 27. Juni um 6:30 Anker auf nach Santa Amanza. In dieser tiefen Bucht konnten wir geschützt vor dem gemeldeten Starkwind abwettern. Dort gibt es eine Fischzuchtanlage, wo wir Delphine beobachten konnten, die ganz wild herumgesprungen sind, weil sie nicht an ihr vermeintliches Futter rankamen. Das war jedoch leider alles, was dieser kleine Hafenort Gorgazu mit nur einem Hotel und einer Feriensiedlung zu bieten hatte. Eigentlich wollten wir von dort aus mit dem Bus nach Bonifacio, doch einen solchen gab es leider nicht. Nach dem frustranen Versuch zu trampen, fuhren wir dem Dingi wieder zurück zum Schiff und starteten am nächsten Morgen mit unseren Klapprädern einen neuen Versuch, diese wunderschöne Stadt ganz im Süden Korsikas zu besichtigen. Die Klippen von Bonifacio erinnern an die weißen Felsen von Dover in England. Die Altstadt ist sehr schön und hat wirklich Charme.  Doch die Kluft zwischen arm und reich ist hier sehr deutlich. Es galt natürlich auch den Hafen zu besichtigen, der mit seinem langen Zufahrtskanal sehr besonders ist.DSC01827-klein DSC01808-klein DSC01811-klein   DSC01805-klein

Es war jedoch nicht möglich einen Liegeplatz für den 03. Juli zu reservieren, an dem wir meine Tochter mit ihrem Freund zu Besuch erwarteten. Reservierungen werden erst ab einer Bootslänge von 20 m vorgenommen. Zurück in Gorgazu, nach einer anstrengenden Berg -und Talfahrt mit den Fahrrädern, erwartete uns eine böse Überraschung. Unser Dingi hatte erneut ziemlich viel Luft verloren, so dass es uns zu riskant erschien mit Mann, Maus und Rädern zurück an Bord zu fahren. Also fuhr Martin zunächst alleine zur Nis Puck, um dort Luft nach zu füllen. Dann schnell zurück, um mich mit Gepäck und Klapprädern abzuholen. Puh, nochmal gut gegangen.
Nach dem der Starkwind am 30.Juni nachgelassen hatte, wollten wir über die berühmt berüchtigte Straße von Bonifacio nach Sardinien übersetzten. Um 8:00 Uhr wurde der Anker bei Bewölkung und etwas Regen gelichtet und wir erreichten nach 17,3 Seemeilen völlig unspektakulär Porto Pozzo auf Sardinien. Hier musste dann erst mal wieder das Dingi geflickt werden. Am 01. Juli machten wir einen kleinen Abstecher nach Palau. Man hatte uns gesagt, dass dort eine Genehmigung um das Maddalena Archipel per Boot zu besichtigen, zu erwerben gab. In diesem Naturschutzgebiet ist Fischen verboten und es gibt dort wunderschöne Strände und Buchten. DSC01918-kleinDa die Information wo, wann und auf welcher der vielen kleinen Inseln genau, man eine Genehmigung braucht, sehr unterschiedlich waren, ließen wir unseren Plan fallen und verlegten uns 11,3 Seemeilen weiter östlich in die Bucht Golfo delle Saline.

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Diesen ruhigen Ankerplatz nutzte Martin um die Ankerwinsch zu reparieren. Diese ist vom Erbauer des Schiffes so eingebaut worden, dass er wahrscheinlich dachte, da muss man nie mehr ran. Für Martin, der 1,91 groß ist, war es eine Herausforderung durch die sehr kleine Öffnung in der Vorschiffskajüte, den Motor der Winsch aus zu wechseln. Da sieht man doch mal wieder, wie hart das Seglerleben sein kann.
Am Morgen des 03. Juli machten wir uns auf Richtung Bonifacio auf Korsika. Diesmal hatten wir eine sehr schaukelige Überfahrt bei 1,50 m Welle. Das ist für ein Kreuzfahrtschiff nix, aber bei einem 12m Boot wird man ganz schön durchgeschaukelt. Im Hafen von Bonifacio bekamen wir auch ohne vorherige Reservierung einen Liegeplatz. Die Freude war groß, als ich am Nachmittag meine Tochter mit ihrem Freund, wieder in die Arme schließen konnte.
Am nächsten Tag legten wir mit frisch gewaschener Wäsche, vollen Wassertanks und frisch geputzten Boot, mit unserer nun 4 Mann Crew ab. Die südlich von Korsika gelegene kleine unbewohnte Insel Lavezzi, war unser Ziel. Da es im Sommer überall sehr voll ist, war es gar nicht so einfach einen Ankerplatz zu bekommen. Zunächst machten wir an einer der ausgelegten Bojen fest, doch da wurden wir recht bald weggescheucht. Also ein paar Meter weiter ankern. OLYMPUS DIGITAL CAMERA Beim Landgang schauten wir uns den Friedhof an, auf dem die Besatzungsmitglieder der Fregatte La Semillante, die nachts vor der Insel gesunken ist, ruhen. Vom Friedhof aus hat man einen herrlichen Blick über die Bucht.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAMit Schrecken stellten wir fest, dass unser Anker slippte und an der Boje unweit der Nis Puck nun ein Ausflugsboot festgemacht hatte. Gerade noch rechtzeitig vor einer Kollision erreichten wir unser Schiff, um dann vor der nächsten Insel Cavallo zu ankern und natürlich zu baden. Doch so richtig gefiel uns der Platz nicht, da überall kleine Felsen aus dem Wasser ragten. Da der Wind passte um nach Sardinien überzu- setzten, wurde kurzentschlossen der Anker um 15:15 gelichtet und wir genossen unter Segel die erneute Überfahrt auf der Straße von Bonifacio. Als nach 16,8 Seemeilen um 18:20 Uhr der Anker in Porto Pozzo auf Sardinien ins Wasser fiel, hatten wir uns unser Ankerbier wirklich verdient. Am 06. Juli fuhren wir entlang des Felsens auf dem der „Sardische Bär“ trohnt, Richtung Palau. DSC01861-kleinWährend Jackie und Marcel sich das kleine Örtchen anschauten gingen wir, natürlich steil bergauf, zu einem Laden, der unsere Gasflasche füllen konnte. Dies hatten wir bei unserem ersten Besuch in Palau erfragt und da sich die zweite Gasflasche dem Ende neigte, war dies ein dringender Punkt auf unserer To do Liste. Leider stimmten die auf der Eingangstür angegebenen Öffnungszeiten nicht und so mussten die Gasflaschen zunächst wieder zurück zum Dingi gebracht werden, um dann erneut bergauf zu laufen, diesmal bis ganz oben, denn dort gab es einen Euro Spin Supermarkt. Nachdem die Einkäufe an Bord verstaut waren, startete Martin mit Marcel einen wiederholten Versuch die Gasflaschen füllen zu lassen. Als dies nun erledigt war, musste das Dingi erneut geflickt werden. Durch die Sonne und das Salzwasser lösen sich immer wieder die Nähte. Marcel, der Martin netterweise geholfen hatte, meinte dass ein Arbeitstag deutlich weniger anstrengend ist. Um 19:30 Uhr verlegten wir uns in die sehr schöne Bucht Mezzo Schiffo neben Palau. Diese war mit großen Felsen, wie es für Sardinien typisch ist eingerahmt. Der richtige Ort um meinen Geburtstag am nächsten Tag, dem 07.Juli, zu feiern. Morgens kramten wir das Spielzeug der „armen Yachties“, nämlich Luftmatratze, Hängematte und aufblasbarer Delphin, raus um den Tag ausgelassen zu feiern. OLYMPUS DIGITAL CAMERANachdem wir abends, nach einem leckeren Essen, den Sundowner auf den Felsen an Land zu uns genommen hatten, wollte ich müde und glücklich ins Bett. Doch dann fiel mir auf, dass die Pumpe, die sich beim Öffnen der Wasserhähne anstellt, permanent läuft. Nachdem alle Wasserhähne kontrolliert waren, mussten wir mit Schrecken feststellen, dass sich eine Schelle am Frischwasserschlauch unter der Spüle gelöst hatte und nun Wasser ungehindert ins Schiff lief. Sämtliche Fächer unter den Schiffsdielen, hatten sich bereits zum Teil mit Wasser gefüllt. Nun mussten die Vorräte, die dort gelagert waren ausgeräumt werden und das Wasser wieder ausgepumpt und die Schapps trockengewischt werden. So hatte ich mir das Ende meines Geburtstages nicht vorgestellt. Als uns ein paar Tage später ein Segler erzählte, dass ihm das Gleiche nur mit dem Dieselschlauch passiert ist und er 80 Liter Diesel im Schiff hatte, waren wir im Nachhinein froh, dass es bei uns nur Wasser war.
Am 08. Juli gingen wir Anker auf, Richtung Porto Veccio, auf Korsika. Hier pausierten wir einen Tag, um ein Auto zu mieten. Korsika ist landschaftlich sehr vielfältig. Ob Strandurlauber, Wassersportler, Bergwanderer oder im Winter auch Ski Fahrer, hier kommt jeder auf seine Kosten. Wir schauten uns die unberührte Natur im Landesinneren an und besichtigten ein typisches Bergdorf.

DSC01943-klein DSC01951-klein OLYMPUS DIGITAL CAMERA       DSC01942-klein Als wir am Abend zurück zum Hafen kamen, sah unser Dingi nur noch aus wie ein Häufchen Elend. Während ich mich wunderte, dass es überhaupt noch schwimmt, setzte Martin sich optimistisch hinein um alleine zur Nis Puck zu gelangen, mit der er uns dann später an der Tankstelle im Hafen abholte. Somit war die Entscheidung gefallen, ein neues Dingi zu bestellen, was Martin am nächsten Morgen in Bonifacio tat. Nachdem wir Diesel und Wasser gebunkert hatten ankerten wir in der Bucht Baie San Ciprianu. Dies war für unsere Gäste die letzte Möglichkeit ein Bad im Mittelmeer zu nehmen. Am 11. Juli um 11:40, lichteten wir den Anker und nahmen Kurs auf Camperolo weiter nördlich auf Korsika. Wir konnten schon bald Segel setzten und erreichten nach 45,8 Seemeilen abends den Hafen von Camperolo.DSC01973-klein Der Ort hatte nicht viel zu bieten und Martin flickte zum letzten Mal erfolgreich unser Dingi, denn das „Neue“ sollte eine Woche später nach Bastia geliefert werden. Dann machten wir am 12.Juli mittags die Leinen los und konnten zumindest die ersten 16 von 23,7 Seemeilen segeln.
Um 19:00 Uhr machten wir mitten in der Altstadt im Hafen von Bastia fest. DSC01998-klein

Vor der Dunkelheit spazierten wir noch hoch zur Festung und suchten uns dann einen Platz in einem  typisch französischen Restaurant. Nach diesem schönen Abend hieß es am nächsten Morgen Abschied nehmen von Jackie und Marcel, denn das Taxi wartetet schon.

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Von Tropea nach Neapel

Der Törn fand statt vom 26.Mai-10. Juni                                   written by Lisa

Um 9:56 Uhr verließen wir unseren Ankerplatz in Tropea Richtung Amanthea.
Dieser kleine Hafen im Nirgendwo, war uns noch Bestens aus 2014 bekannt. Damals stand der Hafenmeister heftig winkend auf der Mole um uns zu warnen. Das Hafenbecken ist sehr flach und somit nur für Motorboote und kleine Segelyachten mit wenig Tiefgang geeignet.
DSC01180-kleinDiesmal wollten wir uns über Funk anmelden um den freundlichen Hafenmeister zu beruhigen, denn mit hoch gezogenem Kiel hat die Nis Puck nur 1 m unter dem Kiel. Die Konversation über Funk erwies sich allerdings für aussichtslos, da man nur italienisch sprach. Also fuhren wir trotz heftiger Proteste, (denn so viel konnten man verstehen), mit hoch gezogenem Kiel in den Hafen. Freundlicherweise, kam schnell Jemand zu Hilfe um die Leinen an zu nehmen, denn der Seitenwind war nicht ohne. Beim Manövrieren rückwärts, blieb dann das Ruder im Schlick stecken. Na das hätten wir natürlich auch hochziehen müssen. Als die Nis Puck dann nach einem nicht ganz so eleganten Anlegemanöver an der Hafenmauer lag, wunderten wir uns über die lauten Urwaldgeräusche. Man konnte Beos und Affen vernehmen. Wo waren wir hier gelandet? Nach gefühlten 2 Stunden befreite uns der Hafenmeister von dem „ Lärm“ und schaltete die Alarmanlage, die wohl Möwen und andere Vögel fern halten soll, ab. Als Martin ins Hafenbüro ging um uns anzumelden, nahm er Fotos von 2014 in Amanthea mit. Damals war Martins italienisch sprechende Schwester zu Besuch und der Hafenmeister war zu einem Plauderstündchen an Bord gekommen.
Ach wie groß war die Freude, als er die Fotos sah und natürlich erinnerte er sich.
Am 27.Mai ging es weiter Richtung Norden. Natürlich hatten wir wieder mal Wind gegen an. Also kreuzten wir zumindest die ersten 10 Seemeilen um nicht wieder den ganzen Tag zu motoren.
OLYMPUS DIGITAL CAMERAUm 18:55 Uhr erreichten wir unser Ziel Cetraro, wo wir geschützt vor der Hafenmole ankerten. Hier verweilten wir 2 Tage, schauten uns ein wenig in der Umgebung um, flickten das Dingi und nutzen natürlich die guten Einkaufsmöglichkeiten bei LIDL.
DSC01301-kleinAm 30. Mai erreichten wir um 16:50 Uhr, nach 37,5 Seemeilen die große Bucht San Giorgio vor Sapri. Das kleine Städtchen hatte, außer einer schönen Hafenpromenade nicht allzu viel zu bieten. Es gibt jedoch eine Lavanderia (Wäscherei) mit Self Service und ganz in der Nähe ein Cafe mit WIFI.DSC01201-klein
Mit frisch gewaschener Wäsche lichteten wir am nächsten Morgen den Anker. Das Meer war platt, wie der Starnberger See und so nutze Martin die Zeit unterwegs um die Ankerwinsch neu zu befestigen. Dies lockte wohl ein paar Delphine an, die sich neugierig OLYMPUS DIGITAL CAMERAam Bug tummelten, während Martin die schweißtreibende Arbeit verrichtete. Nach 13,7 Seemeilen fiel der Anker bei Marina di Camerota ins kristallklare Wasser. Wir sprangen sofort hinein und schwammen zum Strand um uns die glatt gespülten Felsen aus der Nähe an zu schauen. Wirklich schön hier, wenn da nicht an Land die riesige Festbühne aufgebaut wäre. Hier finden wohl alljährlich Konzerte für Nachwuchskünstler statt. Dem Internet war zwar zu entnehmen, dass es erst einen Tag später losging, aber dem war leider nicht so, also ging es am nächsten Morgen weiter nach Acciaroli. Auf dem Weg dorthin konnten wir zumindest 16 der 27 Seemeilen segeln.
In den netten Altstadtgassen, wandelten wir, wie Hemingway es einst tat. Er holte sich 1951 in diesem Fischerdorf Inspirationen zu seinem Buch „ Der alte Mann und das Meer “ . Abends aßen wir in einer Pizzeria, die nach ihm benannt wurde.
Am nächsten Morgen fuhren wir zunächst in die Marina um für 10 Euro Wasser zu bunkern (Liegeplatz für eine Nacht wären 50 Euro gewesen). Dann machten wir uns auf Richtung Capri. Im letzten Büchsenlicht wurde im Süden der Insel in der wunderschönen DSC01335-kleinBucht von Marina di Piccola geankert. Die hohen Felsformationen und das klare Wasser gefielen uns sehr gut. Leider gab es nur mit großen Schwierigkeiten, bei denen Martin mit hoch gekrempelter Hose durchs Wasser waten musste, um dann kletternder Weise auf der Terrasse eines Restaurants zu landen, eine Möglichkeit unser Dingi an Land zu befestigen. Wir Yachties waren hier wohl nicht willkommen. Der Steg zum Anlanden, war für die unzähligen Ausflugsboote, die den ganzen Tag um uns herumfuhren und heftig viel Schwell verursachten, reserviert.
Mit einem abenteuerlich alten Bus fuhren wir in den Hauptort.
DSC01338-kleinCapri ist landschaftlich wirklich wunderschön, doch trotz des Nieselregens an diesem Tag konnten wir kaum einen Fuß vor den anderen setzten, es war einfach zu voll. Da unser Ankerplatz im Süden war konnten wir die berühmte „ rote Sonne“ leider nicht im Meer versinken sehen.
DSC01331-kleinObwohl kaum Wind war, stand abends unangenehmer Schwell in die Bucht. Einige Yachten um uns herum holten schon ihren Anker hoch und hauten ab.

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Das hätten wir auch besser getan, denn es wurde immer schlimmer und an Schlaf war nicht wirklich zu denken.Am Morgen des 07. Junis wurde der Anker schon um 6:00 Uhr gelichtet und unter Motor erreichten wir um 9:56 Uhr Torre Annunziata. Mit Blick auf ein OLYMPUS DIGITAL CAMERAFabrikgelände, das an die Bayer Werke in Leverkusen erinnert, fiel der Anker ins Wasser. Nun galt es Pompei zu besichtigen, welches Luftlinie nur 6 km von dort entfernt war. Die Verbindung dorthin ist allerdings denkbar schlecht. Zunächst mit dem Zug eine Station fahren, um dann ca. 1,5 km zu Fuß bis zum zentralen Bahnhof, wo wir erst nach 45 minütiger Wartezeit mit dem nächsten Zug nach Pompei gelangten. Dort angekommen für 3 Euro mit dem Shuttlebus zu den Ausgrabungen. Auf dem Fußweg zwischen den Bahnhöfen, schmerzte mein Knie so stark, dass wir noch schnell an einer Apotheke Halt machten um eine Bandage zu kaufen. Diese habe ich dann vor Ort mit Martins Hilfe angelegt, in der Hoffnung auf Schmerzlinderung.
Endlich in Pompei angekommen, stellten wir mit großem Schrecken fest, dass unser neuer Fotoapparat weg war. Also schnellst möglich wieder zurück zum Bahnhof (Taxi 3km 30 Euro), denn dort vermuteten wir im Cafe , den Fotoapparat vergessen zu haben. Verdammt hier war er nicht mehr. Also die Kellnerin und den Kiosk Besitzer gefragt, ob sie ihn vielleicht gesehen und zurückgelegt hatten. Man war sehr hilfsbereit, doch keiner sprach englisch und unser italienisch reicht auch nur aus, um paar Einkäufe zu tätigen. Nach langen Erklärungen mit Händen und Füßen, bei denen man uns mehrmals anbot ein Foto von uns beiden zu machen, wurde dann freundlicherweise das Videoband zurück gespult und es wurde klar, dass die Kamera schon bei Betreten des Bahnhofs nicht mehr in unserem Besitz war. Jetzt war alles klar, die Apotheke! An der Eingangstür winkte der Apotheker mir schon freundlich zu. Uff nochmal Glück gehabt.
DSC01483-kleinZurück in Pompei, schauten wir uns tief beeindruckt auf dem großen Gelände der alten Stadt, die man in Teilen wieder auf gebaut hat um. An einem heißen Augusttag, des Jahres 79 n.C. explodierte der Vesuv. Die gigantische Wolke aus Asche, Lava und Gasen, war Todesbote für etwa ein Fünftel der rund 10000 Bewohner von Pompei. Bei den Ausgrabungen, die ab 1863 erfolgten, wurden Tempel, Theater, Thermen, Villen, Werkstätten, Kneipen und Geschäfte freigelegt. Im Abraum stieß man auch auf Hohlräume, welche die Körper der Opfer hinterlassen hatten. Man goss diese Formen mit Gips aus und erhielt so die Abbilder des Todeskampfes die teilweise auf dem Gelände ausgestellt sind. Pompei ist die größte Stadtruine der Welt und wird jährlich von ca. 2 Millionen Menschen besucht.
Erleichtert lichteten wir am 09.Juni um 9:12 Uhr in Torre Annunziata den Anker, denn in dem stinkenden Drecksloch, wo sicher keins der Häuser die letzten 50 Jahre einen Pinselstrich gesehen hat, hielt uns nichts mehr.
Nach 12,7 Seemeilen erreichten wir motorender Weise Neapel. Mit dem Hopp on Hopp off Bus schauten wir uns die Sehenswürdigkeiten an und waren angenehm überrascht von der überwiegend gut in stand gehaltenen und mit vielen Parks und Grünflächen versehenen Stadt. Mehr Zeit blieb leider nicht, denn am nächsten Morgen erwarteten wir unsere Mitsegler Marco und Hendryk mit denen wir noch am gleichen Tag Richtung Ischia aufbrachen.

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Von Leuca über die Eolischen Inseln bis Tropea

  1. Törnbericht 2017

13- Mai bis 25. Mai 2017

Zwei Tage zwang uns der starke Wind in der schwelligen Marina di Leuca zu bleiben, eine völlige Fehlkonstruktion dieser Hafen. Der Ort wirkte auch noch sehr verschlafen, die Geschäfte waren schlecht bestückt, die Saison hatte einfach noch nicht begonnen. „Hauptsache weg hier“ war demnach das Motto am dritten Tag und so nahm die Nis Puck Kurs Richtung Süden mit dem Ziel Rocella Ionica, Marina de la Gracie! Da dies eine Strecke von ca 130 sm ist, war somit ein Nachttörn unvermeidbar. So legten wir erst um 18:00 in Leuca ab nachdem der Wind nachgelassen und in ein für uns günstige Richtung gedreht hatte. Die erste Stunde konnten wir noch schön segeln, dann schlief der Wind ein und wir mussten bis zum Morgen bei unangenehmer alter See motoren. Das veranlasste uns nach 86 sm die Marina Le Castella auszuprobieren.DSC00889-klein Die Einfahrt ist etwas verwinkelt und schmal, links im Fahrwasser schwammen ein paar Plastikflaschen zusammen gebunden an einer Leine. Sie sollten wohl eine Untiefe markieren. Trotz 2m Abstand rumste es im nächsten Augenblick, wir waren mit unserem Kiel gegen einen Fels oder Betonbrocken gelaufen. Wir hatten so etwas schon befürchtet und waren entsprechend langsam unterwegs. Nun musste doch der Hubkiel hochgezogen werden um über das Hindernis hinweg in den Hafen einlaufen zu können. Nachdem die Nis Puck fest war kamen unabhängig voneinander 2 Zuständige der Hafenbehörde und befragten uns über die Untiefe. Und siehe da, am nächsten Morgen wurde der Brocken mittels Autokran entfernt! Welch Döspaddel, das hätten sie auch schon viel früher machen können, denn die Plastikflaschen waren nun auch verschwunden und wir konnten beim Verlassen der Marina ungehindert mit Hubkiel unten rausfahren. Das Castell wurde natürlich zuvor noch einer Besichtigung unterzogen, ansonsten hatte der Ort nicht allzu viel zu bieten. Nun ging es also nach Rocella Ionica, Marina de la Gracie mit Hafenmeister Francesco der uns in „bester“ Erinnerung geblieben ist. Er hatte auf unserem Hinweg vor 2 Jahren ein Riesentheater gemacht weil wir ohne auf seine Rufe über UKW-Funk zu reagieren (war leise gestellt weil die Italiener auf Kanal 16 immer rumquatschen) durch die versandete Einfahrt in seine heilige Marina de la Gracie eingelaufen sind. Er bekam sich gar nicht mehr ein und palawerte wild gestikulierend die ganze Zeit. Endlich haben sie die Zufahrt ausgebaggert und Francesco brauchte sich diesmal nicht über uns aufzuregen. OLYMPUS DIGITAL CAMERAUnterwegs tauchten plötzlich Delphinflossen in Sichtweite auf. Sie kamen näher und einer begleitete uns ein Stück, tauchte immer wieder mit dem Kopf kurz aus dem Wasser – es war ein Rundkopfdelphin mit der typischen stumpfen Schnauze.

Dies mal wollten wir endlich die berühmte Pizzeria im Hafen von Rocella Ionica testen, doch nix war, alle Läden und Pizzerien waren geschlossen wegen neuer Vergabe der Konzessionen, vielleicht wegen Mafiabekämpfung? Also musste wieder die Bordküche ran, danach gab es noch eine Nachtschicht Wäsche waschen bis wir endlich um Mitternacht müde in die Koje fielen.

Die italienischen Hafenpreise in der Vorsaison (45-60 €) und auch das schlechte Wetter luden nicht zum Verweilen ein. So ging es am nächsten Morgen schon wieder früh los denn die nächste Etappe bis Reggio di Calabria war 63 sm lang und bietet keine Häfen oder brauchbare Ankerbuchten. Überwiegend motorend erreichte die Nis Puck das Ziel gegen 20:00. DSC00933-kleinZur Begrüßung gab es etwas später eine Gewitter und die ganze Nacht Regen satt mit viel Wind so dass Wasser selbst durch verschlossene Pilzlüfter nach innen eindrang und natürlich auf unsere Koje tropfte Da hieß es am nächsten Morgen erst mal alles wieder trocken legen, dann noch schnell einkaufen und Nachmittags Leinen los trotz ungünstiger Tide für die Durchfahrt der Straße von Messina. DSC00934-kleinAuch der Nordwind von 8-10kn auf die Nase konnte uns nicht bremsen und so passierten wir die Straße von Messina viel unspektakulärer als es in Revierführen beschrieben wird. Max 3kn Strom gegen an, aber nur ein kleines Stück an der engsten Stelle, danach konnten wir die Genua zur Unterstützung ausrollen. Wenig Verkehr: ein Kreuzfahrer, 4 Frachter, ein paar Yachten, 4 Fähren und die Guardia di Finanzia mit Schnellboot, doch das verteilte sich auf die ca. 6 sm lange und ausreichend breite Straße von Messina. Danach entlang der Nordküste Siziliens bis Milazzo wo abends im Dunkeln dann endlich der Anker im Grund verschwand. Die Dorade mit Gemüße war schon im Backofen fertig geschmort und so fielen wir nach einem leckeren Abendessen müde in die Kojen. In Milazzo hatten wir auf der Hinreise abwettern müssen, diesmal war schönes Wetter und die Stadt mit den Raffinerien wirkte schon viel freundlicher. So DSC00976-kleinerklommen wir die Festung, nur leider etwas zu spät denn um 16:30 wurde schon wieder geschlossen. Trotzdem ein herrlicher Ausblick auf die Bucht in der die Nis Puck ankerte.

Blick zum Castell von Milazzo

Blick zum Castell von Milazzo

Nach ein Paar Einkäufen kehrten wir zu unserem Dingi zurück welches inzwischen halb geflutet am Strand lag. Was war hier denn los? Erst dachten wir an einen Kinderstreich, kamen aber zu der Überzeugung dass es Mitglieder des Segelclubs gewesen sein müssen an deren Strand wir angelandet sind, allerdings ohne zu fragen da niemand weit und breit zu sehen war. So kann man seinen Unmut auch äußern!

Bei wenig Wind ging es die 25sm rüber zu den Äolischen Inseln die wir vor 2 Jahren wegen eines Unwetters frühzeitig verlassen mussten. Wieder ankerten wir zuerst in der

Blick in die Bucht auf Vulcano

Blick in die Bucht auf Vulcano

Sundowner auf dem Vordeck :-)

Sundowner auf dem Vordeck 🙂

westlichen Bucht auf Vulcano, wollten eigentlich 2 Nächte bleiben aber der Wind drehte und nahm an Stärke zu, so dass wir nach der ersten Nacht morgens vor dem Schwell in die geschützte Bucht von Lipari wenige Meilen entfernt flüchteten. Ein Ankerplätzchen gab es

Lipari

Lipari

nicht da der einzige Platz direkt neben einem löschenden Tanker gewesen wäre. So freute sich der Betreiber einer schaukelten Steganlage über den Fuffi Liegegeld, in der Hauptsaison wäre es das dreifache gewesen! Immerhin inklusive Strom, Wasser und Internet. Da die Liparischen Inseln vulkanischen Ursprungs sind gibt es wegen des steil abfallenden Ufers nur sehr wenige Ankerplätze.

Nach einem ausgiebigen Frühstück stand Sightseeing im Programm, leider etwas eingeschränkt da mein Knie längere Touren nicht zulässt. Eine Enoteca verwöhnte uns mit lecker  ital. belegten Brot und Kaffee, den Wein haben wir so früh dann mal weg gelassen. Überhaupt müssen wir bei Alkohol auf die Bremse treten, nur allzu leicht gewöhnt man sich an Ankerschluck & Anlegerbierchen. Und da sich jeder Tag für uns wie Samstag anfühlt legen wir regelmäßig alkoholfreie Tage ein.

Am Nachbarsteg lag die Prüveda, eine alte holländische Stahlsegelyacht mit Schweizer Flagge. Da mir der Name bekannt vor kam googelte ich mal und siehe da die Eigner Wolfgang und Ursula aus der Schweiz haben eine Internetseite die ich schon mal beim Stöbern besucht hatte. Das Besondere an dem Schiff ist das Dschunkenrigg das die beiden im Zuge des 6-jährigen Totalrefits installiert hatten. So kamen wir in Kontakt und plauderten ein Stündchen bei Kaffee (ohne Schuß!), wirklich zwei sehr nette und unterhaltsame Schweizer.

DSC00961-kleinUns war der Steg zu schaukelig für die 50€ und da der Tanker verschwunden war legten wir uns neben die Marina vor Anker, natürlich inkl. Ankerkino: da jeder Steg einem anderen Betreiber gehört versuchen die Marineros verzweifelt durch Winken und Rufen jede neu ankommende Yacht an ihren Steg zu lotsen, dann wollte ein Charterschiff mit einer jungen italienischen Crew vor uns ankern, offensichtlich ohne Erfahrung denn sie fuhren den Anker nicht ein. So trieben sie drei mal ab bei den knapp 20kn Wind und gaben schließlich auf. Die nächste Yacht kam mit vertüttelten Vorschoten und gerissenem Vorsegel und drehte eine halbe Stunde Kreise vor unserer Nase bis sie endlich das Vorsegel geborgen hatten. Der Wind ließ nach und wir hatten eine ruhige Nacht, viel besser als am Steg wo Nis Puck durch die Wellen heftig an den Festmachern gezerrt hatte.

Am nächsten Morgen ging es Anker auf und Kurs in Richtung der Insel Salina, nur gut 9 sm von Lipari entfernt. So fiel schon kurz vor Mittag der Anker, das Dingi wurde startklar gemacht und wir machten uns auf den kleinen Ort Santa Marina zu erkunden. Entgegen einem Bericht eines Revierführers dass nach Salina nur wenige Fähren fahren und wenig Tourismus herrscht sausten die Schnellfähren im gefühlten Stundentakt in den Hafen und es tummelten sich auch ein paar Touristen, auch wenn insgesamt auf Grund der Vorsaison noch wenig los war.

OLYMPUS DIGITAL CAMERADer Ort machte einen gepflegten Eindruck  und hatte einige Überreste aus römischer Zeit zu bieten. Kunst gab es auch: ein einbetoniertes Fahrrad! Was man mit einem alten Fahrrad nicht alles machen kann.

Auf dem Rückweg stotterte plötzlich der Außenborder und ging kurzerhand aus. Der erste Gedanke bewahrheitete sich – kein Sprit mehr. Also ran an die Riemen und die letzten 200m gerudert. Nach dem Auffüllen des Tanks weigerte sich das Motörchen jedoch DSC01061-kleinstandhaft anzuspringen, das kannte ich schon. Also Werkzeug raus, Vergaser abbauen, zerlegen, reinigen und wieder anbauen. Erneut eine sportliche Einlage und nach 10 mal ziehen und gutem Zureden heulte der Motor in seinem typischen Zweitaktersound auf.
Die Insel erkundeten wir am nächsten Tag per Bus und stiegen an verschiedenen Orten aus um ein wenig Sightseeing zu genießen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA In Rinella gab es ein nettes Cafe mit Ausblick zum Meer welches natürlich gleich „gestürmt“ wurde da wir noch reichlich Zeit bis zum nächsten Bus hatten. Zurück in Santa Marina gönnten wir uns noch eine Pizza mit Meerblick ehe es zur Nis Puck zurückging.

Als Highlight der Eolischen Inseln wollten wir natürlich noch Stromboli besuchen. Also ging es am nächsten Morgen, leider bei wenig Wind, Anker auf und Kurs Panarea, einer DSC01113-kleinkleinen Insel auf dem Weg nach Stromboli. Nach 15 Seemeilen konnten wir endlich die Segel setzen, jedoch schlief er nach 5 sm schon wieder ein so daß die eiserne Genua uns bis S. Vincente auf Stromboli schieben musste. Auf dem Weg lag der Vulkan, regelmäßig war ein Grollen zu hören gefolgt von Rauchschwaden und teilweise in den Himmel schießender Lava, alles in sicherer Entfernung. Das Schauspiel wollten wir DSC01133-kleinuns gern noch bei Nacht ansehen, so hieß es früh aufstehen und um 4:00 Uhr Anker lichten um noch einmal die 4 sm zum Vulkan zu fahren. Doch leider war nur ein feuriges Leuchten in den Wolken zu sehen die den Gipfel von Stromboli umhüllten. Mit Beginn der Morgendämmerung tuckerte die Nis Puck gen italienisches Festland, Tropea war das Ziel. Ein netter wenn auch touristisch überlaufener Ort, hoch über dem Wasser auf einem Felsvorsprung gelegen. Da in Italien die Hafengebühren unverschämt hoch sind ankerten DSC01171-kleinwir wieder mal direkt neben der Marina. Das ging nur da wenig Wind herrschte und somit die Wellen erträglich waren. Die Ausflugsboote aus dem Hafen machten sich allerdings den Spaß gleich mit Fullspeed direkt neben uns vorbeizubrettern so dass Nis Puck doch ordentlich ins Schaukeln kam, das hörte aber abends auf und tagsüber DSC01164-kleinwaren wir nicht an Bord. Wäschewaschen war auch wieder mal angesagt und wir wussten von unserem letzten Besuch dass in der Marina Waschmaschinen für Gäste vorhanden sind. Fehlte nur der Zugangscode – aber den verriet uns die Crew einer deutschen Segelyacht im Hafen, man muss halt nur nett fragen. So war die Wäsche fertig als wir von unserem Tropeabesuch inkl. Eis schlemmen und Einkauf wieder in die Niederungen des Hafens herunterstiegen.
Kaum zurück an Bord kam ein Fischer vorbei und fragte ob wir Fisch wollten. Wir verstanden was von Orata was Doraden gewesen wären und bejahtren. Nach 20 min kam er wieder mit einer Tüte in der 2kg Fisch waren, nur leider keine Doraden sondern eine uns unbekannte Sorte bereits geköpfter Fische, jedoch nicht ausgenommen. Nun ja, irgendwann macht man alles zum ersten Mal und so stand ich mit Messer bewaffnet auf der Badeplattform und nahm an die 20 Fische aus, es dürfte sich um Sardinen gehandelt haben, aber ganz sicher waren wir nicht. Die Zubereitung erfolgte im Backofen, das Resultat überzeugte nicht ganz da der Fisch mit zahlreichen kleinen Gräten gespickt war. Das nächste Mal gibt es wieder Dorade, frisch und fertig ausgenommen!

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Griechenland adé: von Paxos bis Leuca

7. – 12. Mai 2017

Nachdem wir in Paxos morgens von einem Gewitter geweckt wurden, legten wir nach dem Frühstück ab Richtung Korfu. Der Himmel klarte auf. Es gab viel Sonne und auch ein wenig Wind und so genossen wir die langsame Fahrt entlang der Küste. Wir hörten kölsche Lieder und ich sang lauthals mit. Um 17:25 Uhr ankerten wir in der Bucht vor Gouvia Marina, ganz in der Nähe von Korfu Stadt.

Das Achillion auf Korfu

Das Achillion auf Korfu

Am nächsten Morgen mieteten wir uns ein Auto und besichtigten das Achilleion. Dieser Palast diente einst als Feriendomizil der österreichischen Kaiserin Elisabeth (Sissi).

Achilles - er hat eine wunderbare Aussicht auf's Meer

Achilles – er hat eine wunderbare Aussicht auf’s Meer

Von dort aus ging es zum Kloster Angelokastro, im Westen der Insel. Hier oben gab es eine herrliche Aussicht auf das Meer.
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Kleine vorgelagerte Insel auf dem Weg nach Othonoi

Kleine vorgelagerte Insel auf dem Weg nach Othonoi

Nachdem am nächsten Morgen die Dieselvorräte aufgefüllt waren, legten wir ab zu unserer letzten griechischen Station Othonoi, von der wir dann Richtung Italien aufbrechen wollten.

Blick zurück auf Korfu

Blick zurück auf Korfu

Einsame Insel Mathrakion

Einsame Insel Mathrakion

Im Seglerleben kommt es ja oft anders als geplant und so blies uns der der Wind zur Nachbarinsel Mathrakion. Diese kleine Kursänderung bescherte uns den kurzen Besuch einzelner Delphine.  In der Hafeneinfahrt von Mathrakion musste Martin den Hubkiel hoch ziehen, denn es wurde schnell sehr flach. Die Poller an der Pier ließen vermuten, dass hier schon lange kein Schiff mehr angelegt hatte, sie waren alle beschädigt und teilweise weggerostet.
Nur einige wenige Häuser und ein paar Fischerboote waren zu sehen. Doch weit und breit war kein Mensch zu sehen. Ob hier überhaupt jemand lebte? In der Ferne blökte ein Schaaf, hier muss doch jemand sein. Beim Landgang zum nahegelegenen Strand begegneten wir einem Fischer, der die Hand hob zum Gruß und uns ein freundliches Yassas zu rief. Der kleine Strand lud zum Baden ein.

Brrr - doch noch zu kalt zum Baden!

Brrr – doch noch zu kalt zum Baden!

Als ich jedoch meine Füße ins Wasser steckte, wurde schnell klar, das ist definitiv noch zu kalt. In der Nacht schaukelten wir so heftig, dass Martin auf stand um die Leinen und Fender zu kontrollieren. Also am nächsten Morgen nichts wie raus zur Insel Othonoi. In der kleinen Bucht mit kristallklarem Wasser, wagte Martin dann doch ein Meeresbad, bei dem noch 15,5 Grad kalten Wasser brrrr.

Die Bucht von Othonoi. Alles noch recht verschlafen.

Die Bucht von Othonoi. Alles noch recht verschlafen.

Beim Spaziergang zu einem kleinen Hügel über dem verschlafenen Städtchen, genossen wir die Aussicht zwischen duftenden Ginsterbüschen. Am Donnerstag, den 11. Mai lichteten wir um 6:00 Uhr morgens den Anker und verließen Griechenland. Der Wind blies anfangs mit angenehmen 12 Knoten. Die letzten 2 Stunden nahm er jedoch auf 22 -25 Knoten zu und auch die Wellen wurden unangenehm hoch.

Brandung in Leuca

Brandung in Leuca

Ich war heil froh, als wir nach 51,5 Seemeilen um 16:45 in der Marina di Leuca am Stiefelabsatz von Italien fest machten.

Wir waren im Ionischen Meer, im Golf von Patras, im Golf von Korinth, im Saronischen Golf, im Golf von Euböa, auf den Kykladen und im Dodekans. 30 der über 2000 griechischen Inseln wurden besucht, haben allerdings nur ein Bruchteil von dem gesehen was dieses Land zu bieten hat und werden sicher noch oft an die griechische Sonne, die tiefen Buchten, das kristallklare Wasser, die vielen Ankermöglichkeiten und den leckeren Tzatziki zurück denken.

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Von Galaxidi bis zur Insel Paxos

 In Galaxidi nach 30,5 sm angekommen, ließen wir um 21:38 Uhr den Anker vor der Stadt ins Wasser fallen. Es war bereits dunkel, doch wir waren auf dem Hinweg in die Ägäis schon einmal dort gewesen und kannten die Bedingungen vor Ort. Am nächsten Morgen machten wir natürlich einen Landgang um das kleine Örtchen anzuschauen.DSC00544-klein Die Kirche, die schon von weitem vom Wasser aus zu sehen war, konnten wir leider nicht besichtigen, da dort anscheinend groß reine machen angesagt war. Von den Hügeln der Stadt hatte man jedoch einen herrlichen Blick in die Bucht auf die Nis Puck und im Hintergrund war in der Ferne noch Schnee auf den Bergen zu sehen. OLYMPUS DIGITAL CAMERANach einem Kaffee an der Strandpromenade hieß es Anker auf und Kurs Richtung Trizonia. Diese kleine Insel im Golf von Korinth hat nur ein paar Dutzend Einwohner. Hier gibt es allerdings einen Hafen, der nie fertig gestellt wurde und somit kostenlos ist. Wir machten an der Pier fest. Unser Blick fiel sofort auf den Katamaran Manana II. Heinz und Angie hatten zwei Jahre lang in liebevoller Kleinarbeit an diesem Segelboot geschraubt, ausgebessert, geschliffen und gestrichen. Hut ab, sie hatten aus dem doch etwas runter gekommenen Kahn wieder eine schicke Segelyacht gemacht. Zu unserer Überraschung teilten sie uns mit, dass sie ihn schon wieder verkauft haben und wieder nach einem Einrümpfer Ausschau halten.DSC00577-klein
Wir verließen dieses kleine Inselparadies am nächsten Mittag mit Kurs auf Patras. Um dorthin zu gelangen mussten wir die längste Drahtseilbrücke der Welt unterqueren. Da wir Wind gegen an hatten kreuzten wir vor der Brücke um dann unter diesem imposanten Bauwerk mit Motorkraft hindurch zu fahren. Im Hafen von Patras wurde erst mal klar Schiff gemacht und Wäsche gewaschen. Patras, ist wie wir finden nicht besonders sehenswert. OLYMPUS DIGITAL CAMERARund um den Hafen ist zwar viel los, aber es ist laut und hat irgendwie keinen Flair. Außerdem werden abends die Abwässer ins Hafenbecken geleitet, was einem das Gefühl gibt in einer stinkenden Brühe zu schwimmen. Noch dazu heulte die ganze Nachte eine Alarmanlage und raubte einem den Schlaf. Positiv muss man allerdings bemerken, dass es auch hier einen LIDL gibt, was wieder mal weidlich ausgenutzt wurde. Dazu muss ich erwähnen, dass im Süden die Supermärkte oft nicht gut sortiert und verhältnismäßig teuer sind.
Nach der 2. Nacht in Patras, wollten wir nach dem Frühstück nur noch schnell unsere Wassertanks füllen und dann nicht´s wie weg…. dachten wir… . Leider verwechselte unser Mitsegler unseren Grauwasser- mit dem Frischwassertank. Ehe wir uns versahen, sprudelte das Abwasser aus Spülbecken und Dusche, um sich dann am tiefsten Punkt im Motorraum in der Bilge zu sammeln. Da war die Aufregung erst einmal groß und wir schöpften, wischten und desinfizierten bis in den  Nachmittag. Das führte zur Entscheidung noch eine weitere Nacht in Patras zu verbringen, um dann am nächsten morgen früh aufzubrechen, denn bis zu unserem nächsten Ziel, die Insel Kefalonia, waren es mehr als 50 sm (wir kalkulieren mit 5 sm/h).
OLYMPUS DIGITAL CAMERADie Überfahrt begann mit bis zu 36 kn Wind und schaukeligen Seegang. Allein die gereffte Genua (Vorsegel) brachten schon über 6 kn Speed und die achterlichen Wellen entsprechend Ruderdruck. Nach 3 Stunden drehte der Wind urplötzlich und ließ erheblich nach. Die Winde hier im Golf von Patras wechseln ständig und sind fast unberechenbar. So hatten Wettervorhersage und Realität eigentlich nichts gemein. Die eiserne Genua brachte uns dann zur Mitte des östlichen Teils der Insel Kefalonia, in den Ort Sami. DSC00607-kleinAn der Pier wurden wir von einem sehr freundlichen Hafenmeister empfangen, eine Ausnahme in Griechenland. Er nahm unsere Leinen an und, geschäftstüchtig wie er war, bot er uns die zweite Nacht für die Hälfte der Liegegebühr an. Da der Ort einen sehr netten, gepflegten Eindruck machte, stimmten wir zu. Die dritte Nacht war dann sogar kostenlos. Beim Spaziergang durch die Stadt, erzählte mir eine freundliche Schuhverkäuferin, dass sie traditionell am 1. Mai Blumenkränze in allen Varianten binden um ihre Häuser bzw. Geschäfte zu schmücken. In Sami war die Reise für unseren Mitsegler Patrick, der uns trotz seines kleinen Missgeschicks sehr angenehm in Erinnerung bleiben wird, leider zu Ende.
Von hier aus dachten wir, mit dem passenden Wind, in den nächsten Tagen Richtung Italien nach Rocella Ionica segeln zu können. Doch dieser blieb leider aus. So entschieden wir die Nachbarinsel Ithaca anzusteuern. DSC00613-kleinDort ankerten wir nach 16,3 sm, die wir leider fast nur motorten, in der geschützten Bucht Vathi an der Ostseite der Insel. Dort angekommen frischte der Wind, den wir vorher hätten gebrauchen können, auf und bescherte uns heftige Fallböen von den Bergen. Nach einer etwas feuchten Dingifahrt an Land, ließen wir uns allerdings nicht das Hafenkino bei einer Tasse Kaffee entgehen. Viele Charteryachten, mit offensichtlich unerfahrenen Skippern, DSC00622-kleinversuchten bei starkem Seitenwind anzulegen. Eine Mannschaft wurde gezwungen aufzugeben und bekam dann, wie Martin es nannte, einen Behindertenparkplatz längsseits an der Pier zugewiesen.
Am nächsten Morgen, brachen wir Richtung Norden zu unserem nächsten Ziel Preveza auf. Wir konnten sofort beide Segel setzten, mussten uns allerdings warm einpacken, denn der Wind war recht frisch. In der Anfahrt zum Kanal von Lefkas, durch den wir fahren mussten, um auf direktem Wege nach Preveza zu kommen, hatte jemand den Schalter umgelegt und der schöne Segelwind war weg. Wir schälten uns aus unseren Fleecejacken und genossen die wunderschöne Landschaft zwischen Insel und Festland. DSC00684-kleinAm anderen Ende des Kanals, gibt es eine Schwenkbrücke, die zu jeder vollen Stunde öffnet. Wir hatten mal wieder das „perfekte“ Timing und waren um 15:30 Uhr dort. Also mussten wir eine halbe Stunde Kreise drehen, denn eine Anlegemöglichkeit gab es leider nicht. Auf den letzten Meilen nach Preveza blies der Wind wieder ganz ordentlich und wir waren rechtschaffen müde als der Anker nach 8 Stunden und 39,8 Seemeilen ins Wasser fiel. Zuvor versuchten wir noch an der Pier längsseits anzulegen, jedoch drohte ein Drempel unter Wasser unser Schiff zu beschädigen.OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Am 05. Mai klingelte der Wecker uns schon um 5:30 Uhr aus den Kojen, denn wir hatten mehr als 60 sm bis zur Insel Korfu vor uns. Die Wettervorhersage stimmte auch an diesem Tag mal wieder nicht.
Wir hatten wohl nicht die richtigen Zahlen gewürfelt. Nach 2 Stunden wieder nur stupides Motoren, nein das wollten wir nicht. DSC00720-kleinSo segelten wir noch ein Stündchen mit gemächlichen 3-4 kn und machten nach 38,8 sm im Herzen von der Insel Paxos, die quasi auf dem Weg lag, mit herrlichem Blick auf die Altstadtgassen, fest. Da der Wetterbericht auch für den nächsten Tag keine passenden Winde prophezeite blieben wir gleich 2 Nächte in dem malerischen Ort und genossen das Treiben auf dem Platz direkt hinter uns. DSC00710-kleinNicht dass jemand meint wir lägen dann nur auf der faulen Haut. Solche Hafentage werden z.B. genutzt für Putzorgien, Edelstahl polieren, Einkaufen, Blog schreiben und Wartungsarbeiten. Diesmal war der Dieselfilter fällig, trotz ein wenig Erfahrung immer eine kleine Schweinerei. Erstaunlicherweise hatte sich bisher noch kein bisschen Wasser im Filter gesammelt. Auch vor der Dieselpest (Bakterienwachstum im Dieseltank das den Filter zusetzt) blieben wir bisher glücklicherweise verschont.

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Überall Kirchlein in Griechenland, hier in der Zufahrt zu Vathi auf Ithaca

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Hier werden die Boote noch archaisch auf Holzschlitten aus dem Wasser gezogen

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Die schönsten Gebäude verfallen leider

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Charteryachtflotte in Lefkas

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Cafe in Galaxidi

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Denkmal in Sami auf Kefalonia

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